Das „grüne“ Auto kommt – Schmierstoffe leisten ihren Beitrag
Auf dem 17. Internationalen Kolloquium "Tribologie" diskutieren in der Technischen Akademie Esslingen (TAE) rund 600 Fachleute aus fast 40 Nationen wie neue Schmierstoffe und Oberflächen Reibung und Verschleiß optimieren können. Drei Tage lang, vom 19. bis 21. Januar stellen Referenten aus aller Welt in rund 220 Vorträgen die neuesten Entwicklungen vor.
"Mit den Schmierstoffen von vor 30 Jahren kommen Sie heute mit dem Auto nicht bis zur nächsten Werkstatt", erklärt der Leiter des Kolloquiums Prof. Wilfried J. Bartz. Die Hinterachsgetriebe sind beispielsweise nur noch ein Drittel so groß, die Leistungsübertragung ist gestiegen und die Zahnräder werden viel stärker belastet. Moderne Schmierstoffe ermöglichen in Kfz-Zahnradgetrieben eine Lebensdauerschmierung. Die Ölwechselabstände können für bestimmte Motortypen 50.000 km betragen. Die Schmierstoffe müssen sich dem Fortschritt im Maschinen- und Fahrzeugbau anpassen und dafür sorgen, dass die Reibung und der Verschleiß möglichst gering sind. Es genügt allerdings nicht, wenn die Schmierstoffe technische Anforderungen erfüllen, sie müssen auch umweltfreundlich sein. Manche Additivtypen müssen durch andere Komponenten ersetzt werden, weil sie den gestiegenen Anforderungen des Umweltschutzes nicht mehr genügen. Gesetzliche Vorgaben erfordern andere Wege. Im Moment werden neuartige Oberflächenbeschichtungen entwickelt, die die Reibung deutlich verringern.
Die gesetzlichen Vorgaben ändern sich inzwischen nahezu alle drei Jahre und sind in Europa anders als in den USA oder in Japan. Die versammelten Spezialisten beim Kolloquium der TAE suchen nach einheitlichen Lösungen und Standards und sie nutzen die Plattform, die die TAE alle zwei Jahre bietet. Durch die weltweite Akzeptanz dieser Veranstaltung stellt dieses Kolloquium eine Brücke zwischen Ost und West sowie zwischen Nord und Süd dar.
Nicht nur die rund 220 Fachvorträge in zehn parallel verlaufenden Sitzungen sind für die Fachwelt interessant, auch die Gespräche der Experten untereinander tragen zur Weiterentwicklung des Verständnisses tribologischer Zusammenhänge bei. "Fast die Hälfte der Teilnehmer kommt immer wieder zu dieser Veranstaltung. Sie bekommen hier die einmalige Gelegenheit, auf engstem Raum alle namhaften Spezialisten und Unternehmen zu treffen. Sonst müssten sie viel Geld und Zeit aufwenden, um mit den Fachleuten aus aller Welt sprechen zu können", begründet Dr. Keuper, Geschäftsfeldleiter der TAE, die Anziehungskraft der tribologischen Fachveranstaltung. In einer begleitenden Ausstellung präsentieren fast 30 Aussteller ihre neuesten Produkte dem internationalen Publikum.
Auch die Oberbürgermeister von Esslingen und Ostfildern wissen das Kolloquium als Wirtschaftsfaktor in ihren Städten zu schätzen. Die Hotels der näheren Umgebung sind ausgebucht. An zwei Abenden laden die Stadtoberen die Tagungsteilnehmer - wie seit vielen Jahren üblich - zum Empfang ein.
Die Technische Akademie Esslingen (TAE) bietet seit über 50 Jahren berufsbegleitende Weiterbildung auf höchstem Niveau - im technischen und nichttechnischen Bereich der Wirtschaft. Der Kundennutzen steht dabei im Mittelpunkt. Pro Jahr werden über 1.000 Veranstaltungen durchgeführt, individuelle Weiterbildungskonzepte entwickelt und Unternehmen zum Thema Mitarbeiterqualifizierung beraten. Außerdem veranstaltet die TAE regelmäßig internationale Kolloquien und Symposien.
Technische Akademie Esslingen
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