Additive für Schmierstoffe

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Tribologie e. V.

Beschreibung

Die Anforderungen an die meisten Schmierstoffe und Kraftstoffe können heute nicht mehr von den Grundsubstanzen erfüllt werden. Dafür werden den meisten modernen Schmierstoffen und Kraftstoffen Additive zugesetzt, deren Konzentration im Bereich von ppm bis zu ganzen Prozenten liegen kann. Die Additive und ihre Konzentration sind dabei nicht nur auf die Grundflüssigkeit und den Anwendungsfall abzustimmen, vielmehr sind im Falle der Schmierstoffadditive auch die Wechselbeziehungen mit der Reibstelle zu berücksichtigen.

Ziel des Seminars

Das Seminar stellt grundsätzliche Betrachtungen zum Einsatz von Additiven an und behandelt die Aufgaben der wichtigsten Additivtypen und deren Gebrauchseigenschaften. Diskutiert werden ferner die Abstimmung auf die Grundflüssigkeiten und sachgerechte Anwendung zum Vermeiden unerwünschter Nebenwirkungen.

Diese und weitere Themen werden im Seminar behandelt. Es steht ausreichend Zeit für die Diskussion spezieller Probleme und praktischer Beispiele mit den Referenten zur Verfügung. Die Referenten sind namhafte Fachleute der Additiv- und der Mineralölindustrie.

Sie erhalten Qualität
Das Qualitätsmanagementsystem der Technischen Akademie Esslingen
ist nach DIN EN ISO 9001 und AZAV zertifiziert.

Teilnehmerkreis

Dieses Seminar richtet sich an Mitarbeiter aus der Schmierstoffindustrie und der Tribologie und Schmierungstechnik, Anwender von Schmierstoffen und Additiven.

Seminarthemen im Überblick

Stand der letzten Durchführung:

Montag, 24. April 2017
8.30 bis 12.30 und 13.30 bis 17.45 Uhr

Grundsätzliche Betrachtungen zum Einsatz von Additiven (S. Herrmann)
> Additive, Begriffe und Definitionen
> das Ensemble, Additive im Bereich Mineralöl
> Historie
> Additiv-Typen, Wirkungsrichtung und Funktionsflüssigkeiten
> Additive in Zahlen
> beteiligte Industrien, Verbände

Basisöle – Grundlagen und Zusammenwirken mit Additiven (S. Herrmann)

Wechselwirkungen von Additiven mit Metanoberflächen in der Metallbearbeitung (J. Schulz)
> Metallbearbeitung
> Additive
> Wirkmechanismen
> Modellvorstellungen
> Reaktionsschichten

Oxidations- und Korrosionsinhibitoren (M. Fies)
> Vorstellung verschiedener AO/KI mit Anwendungsbeispielen
> Darstellung der Wirkungsweise von AO/KI
> Begriffsdefinition
> Formulierungsbeispiele für Korrosionsschutzmittel (ölbasierend, wasseremulgierbar)

Ashless Extreme-Pressure/Antiwear Additives (M. Fies)
> mechanischer Verschleiß
> Aufbau und Wirkungsmechanismen der wichtigsten Additivtypen
> phosphorhaltige Verschleißinhibitoren
> Phosphor/Schwefel-Verbindungen
> schwefelhaltige Verschleißinhibitoren
> Prüfmaschinen für Verschleißuntersuchungen
> Formulierungsbeispiele: Konzentrationsangaben
> Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen
> zukünftige Entwicklungen

Konventionelle EP- und AW-Additive (M. Schulte)
> historische Entwicklung von Asche gebenden Additiven
> Notwendigkeit der Verwendung
> Verschleiß
> Kennzeichnung als Asche formendes Additiv
> Chemie dieser Additive
> Herstellung
> Eigenschaften und Wirkungsmechanismen
> EP-Bedingungen
> Fertigprodukte
> Additiv-Pakete
> Verschleißschutzprüfmethoden
> mögliche Entwicklungen für die Zukunft

Dienstag, 25. April 2017
8.30 bis 12.00 und 13.00 bis 17.15 Uhr

Friction Modifier – Wirkungsweise und Möglichkeiten (W. J. Bartz)
> prinzipielle Möglichkeiten der Kraftstoffeinsparung im Kfz
> Friction Modifier (FM) und Kraftstoffeinsparung
> Definition des Begriffs FM
> Wirkungsweise und Einteilung der FM
> Prüfalgorithmus zur Vorauswahl
> Labormethoden zur Beurteilung der reibsenkenden Wirkung von Additiven
> Beispiele aus der Prüfung von Motoren- und Getriebeöladditiven
> Komplexuntersuchungen zum Studium der Beeinflussung der Wirksamkeit von FM durch andere Additive
> Ergebnisse motorischer Untersuchungen auf dem Prüfstand

Chemie und anwendungstechnische Eigenschaften handelsüblicher Viskositäts-lndex-Verbesserer (W. J. Bartz)
> Viskosimetrie und Viskositätsindex
> Viskositätsindexverbesserer (VII) auf Basis Kohlenwasserstoffe (Olefin-Copolymere; Dien-Copolymere, PIB) und polymerer Ester (z.B. PAMA), Chemie, Strukturen, Herstellung, Grundeigenschaften, Handelsformen
> spezielle Eigenschaften (Stockpunktwirkung, Dispergiereigenschaft)
> Einsatzgebiete von VII
> Motoren-, Hydraulik- und Getriebeöle

Pour-Point-Verbesserer, Schauminhibitoren und Haftfestigkeitsverbesserer (W. J. Bartz)
> chemische Strukturen
> Wirkungsweisen in Abhängigkeit von Grundölen und Konzentrationen
> Anwendungen und Prüfungen
> Herstellung

Bedeutung der Festschmierstoffe als Additive in Schmierstoffen (D. Hesse)
> Diskussion der Eignung verschiedener Festschmierstoffe als Additive
> Beitrag zur Hochdruckwirkung
> Antiverschleißwirkung
> Oxidationsverminderung
> Reibungsverminderung
> Wirkungsmechanismus

Detergent-Dispersant-Additive – Anwendung und Wirkungsweise (J. Braun)
> historische Entwicklung und wirtschaftliche Bedeutung
> chemische Struktur und Herstellungsprozess
> chemisch/physikalische Eigenschaften
> praktische Anwendung und Wirkungsweise im motorischen Betrieb

Mittwoch, 26. April 2017
8.30 bis 15.00 Uhr

Additive für Kühlschmierstoffe (M. König)
> wassermischbare Kühlschmierstoffe und nicht wassermischbare Kühlschmierstoffe
> grundsätzliche Wirkmechanismen
> Einfluss verschiedener Korrosionsschutzadditive
> Emulgatoren
> Antioxidantien
> Basisöl-Einfluss
> Formulierungsbeispiele

Biozidprodukte für Kühlschmierstoffe (B. Steffen)
> Fakten über Mikroorganismen
> Auswirkungen von mikrobiellem Wachstum
> Nachweis von Mikroorganismen
> Biofilme und deren Entfernung
> Methoden zur Kontrolle mikrobiellen Wachstums
> Anforderungen an Biozidprodukte
> Testmethoden
> Gesetzliche Rahmenbedingungen
> Wirkstoffklassen
> Wirkungsspektrum
> Praktischer Einsatz

Analytik der Additive in Schmierölen (C. Völkl)
> qualitativer und quantitativer Nachweis von Additiven mittels chromatographischer und spektroskopischer Analysenverfahren an frischen und gebrauchten Schmierstoffen
> Korrelation mit Gebrauchseigenschaft

Einfache Routineanalyse von Schmierstoffkomponenten (W. Holweger)
> Schmierstoffanalytik: neuere Verfahren (kurze Übersicht)
> Aufwand
> Informationsgrad
> chromatographische Verfahren
> Stellung der HPLC
> kurze Einführung in die Techniken (stationäre, mobile Phasen, Detektoren)
> Probenaufbereitung (Derivatisierung)
> Anwendungsbeispiele
> Frischölanalyse
> Gebrauchtölanalyse
> Analyse von Schmierfetten
> Analyse unbekannter Stoffe
> Schadensverhütung
> Schadenserkennung

Termine & Preise

Extras
Die Seminarteilnahme beinhaltet Verpflegung und ausführliche Seminarunterlagen.

Die nächsten Termine

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