Baulärm

Prognosen und Schallschutzmaßnahmen für innerstädtische Baustellen

Auf einen Blick

2 Tages-Seminar
neuer Termin in Planung in Ostfildern bei Stuttgart
Veranstaltung Nr. 35200.00.002


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Beschreibung

Innerstädtische Baustellen geben regelmäßig Anlass für Baulärm-Beschwerden. Schnellem Baufortschritt mit hohem Maschineneinsatz steht die Lärmbelästigung von Anwohnern und Büros entgegen.
Obwohl die Schalltechnik von Baumaschinen in den letzten 25 Jahren ein beachtliches Niveau erreicht hat, werden die Immissionsrichtwerte wegen der geringen Entfernung zu den Anliegern in der Regel nicht eingehalten. Technologische und verkehrstechnische Zwänge erfordern häufig Nachtarbeit.

Das Seminar zeigt, wie Baustellen-Lärmimmissionen vor Beginn der Bauarbeiten berechnet werden und welche Möglichkeiten der Lärmminderung in der Praxis existieren.

Bauherr und Baufirma haben stets das Interesse, ein Bauvorhaben ohne äußere Störungen zu realisieren. Eine zeitweise Stilllegung der Baustelle aufgrund von Anliegerbeschwerden sollte möglichst verhindert werden. Für die Anlieger stellt Baulärm eine Beeinträchtigung der Nachtruhe, der Konzentrationsfähigkeit und der sprachlichen Kommunikation dar. Das Seminar vermittelt, wie die Anlieger durch kontinuierliche Informationen in das Baugeschehen einbezogen werden und welche Schutzmöglichkeiten es für sie gibt.

Für die am häufigsten vorkommenden Bauleistungen werden die Schallquellen, die akustisch wirksamen Einsatzzeiten und Lärmminderungsmöglichkeiten aufgezeigt und diskutiert. Aufgrund der 25jährigen Baulärm-Praxis des Seminarleiters werden realistisch umsetzbare Lösungen erörtert.

Für ein auskömmliches Verhältnis zwischen Baustelle und Anliegern ist eine Kontrolle der ausgeführten Arbeiten und der Schallimmissionspegel erforderlich. Stichprobenartige und automatische Verfahren werden vorgestellt.

Die gesetzlichen und normativen Vorschriften werden umfassend dargestellt. Ausführlich wird die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm (AVV Baulärm), die zum Bundesimmissionsschutzgesetz gehört, erläutert. Auch die EU-Richtlinie 2000/14/EG und die zugehörige 32. BImSchV werden erörtert. Besonderes Augenmerk wird auf die aktuelle Rechtsprechung und die Verwaltungspraxis in verschiedenen Ländern/Kommunen gelegt (Landesimmissionsschutzgesetze, Urteile).

Ziel der Weiterbildung

> Baulärmprognosen
> häufigste Bauleistungen: Lärmquellen, Lärmminderungs-Potenzial
> Anliegerinformation
> Schallmessungen zur Kontrolle
> Gesetze, Normen, Urteile, Verwaltungspraxis
> Diskussionsforum für Praxisprobleme der Teilnehmer

Hinweis
Bringen Sie bitte gerne Ihre Themen mit in das Seminar.

Die Seminare sind gemäß der Fort- und Weiterbildungsordnung der Ingenieurkammer-Bau Baden-Württemberg/NRW anerkannt.

Sie erhalten Qualität
Das Qualitätsmanagementsystem der Technischen Akademie Esslingen ist nach DIN EN ISO 9001 und AZAV zertifiziert.

Teilnehmerkreis

Bauherren, Projektsteuerer
Planer: Architekten, Fachingenieure, Stadtplaner
Baufirmen: Projektleiter, Bauleiter, Mitarbeiter Arbeitsvorbereitung
Hersteller von Baumaschinen
Behörden: Mitarbeiter Bauamt, Umweltamt, Ordnungsamt

Inhalte

Stand der letzten Durchführung:

Dienstag, 14. und Mittwoch, 15. Mai 2019
9:00 bis 12:15 und 13:45 bis 17:00 Uhr

1. Von der Baulärmbeschwerde bis zur Lösung
> alle Schritte zur Vermeidung von Stilllegungen/Behinderungen wegen Baulärm
> übliche Beschwerdesituationen, Gesetze, Baulärmprognose, Genehmigung
> Schallschutzmaßnahmen, Anwohnerinformationen, Messungen

2. Akustikgrundlagen
> Schalldruckpegel, Schallleistungspegel
> einfache Pegelrechnung, Mittelungspegel
> Schallentstehung, Schallausbreitung
> Lärmminderungsmaßnahmen
> kleine Experimente

3. Baulärmprognose
> Schallleistungspegel, Maschinenkennzeichnung, Datenbanken
> Wirkleistung, Einsatzzeit, Zeitkorrektur
> komplexe Bauleistungen, zusammengesetzte Schallquellen
> Lageplan, Baustelle, Anlieger, Immissionsorte
> Punkt-, Linien-, Flächenschallquellen, „Wanderbaustellen“ (zum Beispiel Gleisbau)
> Berechnung der Schallausbreitung, Ergebnisdarstellung
> Bewertung der zu erwartenden Beurteilungs- und Maximalpegel, Immissionsrichtwerte
> Rechenbeispiel

4. Gesetze, Normen, Richtlinien
> Bundesgesetze, Gesetze der Bundesländer
> nationale und internationale Normen, zu erwartende Entwicklungen
> Verwaltungspraxis von Ländern und Kommunen
> Genehmigungen, Auflagen, Stilllegung/Polizei
> Praxisbeispiele, Erfahrungen

5. Typische Bauleistungen
> Abbruch, Spezialtiefbau, Rohbau, Fassade/Ausbau u.a.
> jeweils Technologie, Lärmquellen, Schallleistungen, Einsatzzeiten
> zusammengesetzte Lärmquellen (Maschinen, Handarbeiten)
> Lärmminderungsmaßnahmen (Technologie, Maschinen, Abschirmung, Kapsel)
> Praxiserfahrungen

6. Anliegerinformation
> Informationsschreiben, laufende Information
> Schutzansprüche, Ersatzwohnraum, Ersatzschlafraum
> Mediation, Informationsveranstaltungen
> Überwachung der Baustelle, Messungen beim Anlieger

7. Überwachungsmessungen
> Einzelmessungen
> Dauerüberwachung mit Schallpegelverlauf und Geräuschaufzeichnung
> Erkennung von Störungen
> Schutz der Privatsphäre bei Geräuschaufzeichnung, Ersatzmessorte

8. Diskussion aktueller Fragen
> Diskussionsforum für die Praxisprobleme der Teilnehmer
> gemeinsame Erörterung, Lösungsvorschläge

Termine & Preise

Extras
Die Seminarteilnahme beinhaltet Verpflegung und ausführliche Seminarunterlagen.

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