Energieeffizienz von Gebäuden - planen, nachweisen, baubegleiten

Rechtssicher und fachgerecht

Auf einen Blick

2 Tages-Seminar
22.04.2020 - 23.04.2020
9:00 Uhr
in Ostfildern bei Stuttgart

Technische Akademie Esslingen
An der Akademie 5
73760 Ostfildern

EUR 890,00(MwSt.-frei)

Veranstaltung Nr. 35524.00.001


Referenten:
Dipl.-Ing. Architekt S. Horschler
Büro für Bauphysik, Hannover
Rechtsanwältin E. Schmitz
Kanzlei Schmitz, Bremen

Veranstaltungsprogramm Energieeffizienz%20von%20Geb%C3%A4uden%20%2D%20planen%2C%20nachweisen%2C%20baubegleiten als PDF zum DownloadVeranstaltungsprogramm

Seminar weiterempfehlen

Inhouse-Training anfordern


Teilnehmer dieser Veranstaltung interessierten sich auch für

Beschreibung

Die Realisierung energieeffizienter und in ihrer Gesamtheit funktionstauglicher Gebäude erfordert mehr als das Zusammenfügen einzelner Planungsleistungen. Eine frühzeitige, umfassende und kontinuierliche Klärung der Verantwortlichkeiten, Ablaufstrukturen und Leistungsinhalte ist ebenfalls notwendig. Mit zunehmender Projektgröße ist die zweifelsfreie Festlegung von Schnittstellen und deren Handhabung im Projektverlauf für risikoreduziertes Planen und Ausführen ein weiterer Schlüsselfaktor.

Analog zum Planungs- und Ausführungsprozess fokussiert das Seminar auf Schnittstellen(-risiken) bei der Erstellung von Wärmeschutz-, Luftdichtheits- und Lüftungskonzepten. Es zeigt auf, wie sie rechtssicher und fachgerecht bewältigt werden.

Ziel der Weiterbildung

Das Seminar vermittelt die erforderlichen rechtlichen und technischen Kenntnisse sowie praxistaugliche Instrumente zur risikoreduzierten Planung und Errichtung energieeffizienter Gebäude.

Die Vortragseinheiten beleuchten im Wechsel die rechtlichen und technischen Aspekte.

Das Seminar ist gemäß der Fortbildungsordnung der Ingenieurkammer Baden-Württemberg und der Ingenieurkammer-Bau NRW anerkannt.

Die Veranstaltung ist von der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege GmbH (WTA GmbH) mit einem Umfang von 8 Unterrichtseinheiten als Fortbildung für „Energieberater Baudenkmal“ anerkannt.

Diese Veranstaltung wird von der Architektenkammer Baden-Württemberg als Fort-/Weiterbildung mit einem Umfang von 16 Unterrichtsstunden für Mitglieder (nicht Architekten/Stadtplaner im Praktikum) anerkannt.

Sie erhalten Qualität
Das Qualitätsmanagementsystem der Technischen Akademie Esslingen ist nach DIN EN ISO 9001 und AZAV zertifiziert.

Teilnehmerkreis

Architekten, planende Ingenieure in Entwurfs- und Planungsbüros, Bauunternehmen, Bauträger-, Projektentwicklungs-, Wohnungsbaugesellschaften, Bauverwaltungen, Behörden (Bau, Umwelt), Institutionen, Bauleiter, Bausachverständige, Fach- und Führungskräfte im Baugewerbe

Inhalte

Mittwoch, 22. April 2020
9.00 bis 12.15 und 13.15 bis 16.30 Uhr

Von der Bedarfsplanung bis zur Bauantragstellung – Recht (E. Schmitz)
> Auftragsklärung und Effizienzstandards – Was muss der Auftraggeber wissen?
> Aufklärungs- und Beratungspflichten – Anfang ohne Ende?
> Leistungen nach EnEV, EEWärmeG bzw. GEG: Leistungsspektrum und rechtliche Einordnung
> Grundlagen: Inhalt der „Erfolgshaftung“ bei Architekten- und Ingenieurverträgen, Bauvertragsrecht 2018, „Leistungsziele“ und „Leistungsumfang“
> energetische Sanierung und Bauen im Bestand: Welcher Standard ist geschuldet?

Bedarfsplanung bis Integrations-/Entwurfsplanung – Technik (S. Horschler)
> Übersicht der energetischen Standards: Neubau – Altbau – öffentlich-rechtlich oder zivilrechtlich?
> sommerlicher Wärmeschutz – Wechselwirkungen zu Fragestellungen des thermischen Komforts? Architekten- oder Fachplaner-Aufgabe?
> Energieversorgung mit Wärme und Kälte: Welche Technik ist für den Nachweis geeignet? Welche Technik ist für den Nutzer bzw. Eigentümer sinnvoll?
> Konsequenzen aus Wettbewerbsentscheidungen: Was sollte bereits in Wettbewerben oder in der Vor-/Entwurfsphase geklärt werden?
> Wann müssen welche Entscheidungen getroffen sein?

Genehmigungsplanung – Technik (S. Horschler)
> Was soll genehmigt werden, und was ist planungstechnisch sicher?
> Dämmstandard, haustechnische Installationen, Wohn- und Nutzflächen
> Wärmebrückenbewertung: Wer schuldet wem welche Leistung?
> Gebäudedichtheit: Wer schuldet wem welche Leistung?
> Konkretisierung der Haustechnik (Heizung, Warmwasser, Lüftung): Aufgaben des Energieberaters oder Haustechnikers?

Donnerstag, 23. April 2020
9.00 bis 12.15 und 13.15 bis 16.30 Uhr

Von der Ausführungsplanung bis zur Überwachung – Recht (E. Schmitz)
> Anforderungen an die Ausführungsplanung – Rechtsprechung
> Bauprodukte rechtssicher ausschreiben – Exkurs: MBO 2016/ MVV TB
> Bauproduktenrecht – Schnittstellen im Kontext Ausschreibung
> Gesamtschuldnerische Haftungsrisiken, Grundlagen, Einwand
> Mitverschulden – Anspruch auf Zurverfügungstellung mangelfreier Pläne?
> wechselseitige Prüf- und Hinweispflichten von Objekt- und Fachplanern – insbesondere Fachplanung Energieeffizienz, Tragwerk, TGA
> Schnittstellenrisiken bei Ausführungsüberwachung – Einschaltung von Sonderfachleuten bei Objektüberwachung
> Risiko „Stichprobenkontrollen“ – Abgrenzung Objektüberwachung

Ausführungsplanung – Technik (S. Horschler)
> Übertragung der Ergebnisse der Genehmigungs- in die Ausführungsplanung
> Fortschreibung der bautechnischen und anlagentechnischen Konkretisierungen im energetischen Nachweis
> Konkretisierung der Inhalte in Zeichnungen und Ausschreibungen – Problemstellung: Übergabe der Genehmigungsplanung an Dritte (spezielle Ausführungsplanungsbüros)

Ausführungsüberwachung und Übergabe – Technik (S. Horschler)
> Wer überwacht auf welcher Basis was?
> Energieberater (Umsetzung der Vorgaben aus der DVO)
> KfW-Sachverständiger
> Inhalte und Gegenstand eines Energieausweises?
> Wie sieht die Dokumentation aus? Für wen ist was zu dokumentieren?
> Messungen (Koordination von Dichtheitsmessungen u.a.)
> hydraulische Einregulierungen
> Worauf kommt es bei der Übergabe an?
> Lüftungs- und Wartungskonzept
> energetisches Monitoring?

Technischer Teil:
Der technische Teil bietet eine Übersicht, welche energetischen Standards es zurzeit gibt, und zeigt, wie diese nachgewiesen werden. In dem Zusammenhang werden die unterschiedlichen Nachweis- und Bilanzmöglichkeiten erörtert, die es sowohl in der Energieeinsparverordnung (EnEV) als auch im Gebäudeenergiegesetz (GEG) gibt.
Ferner werden die darüber hinaus gehenden möglichen energetischen Standards vorgestellt. So gelten seit dem 01.01.2016 nicht nur neue, von der KfW für ein KfW-Effizienzhaus festgelegte Anforderungsstandards, sondern die KfW verwendet zum Teil auch Rechenrandbedingungen, die von den öffentlich-rechtlichen Randbedingungen abweichen. Darüber hinaus sind bereits seit 2014 sowohl für eine KfW-Förderung bei der Altbausanierung als auch beim KfW-Effizienzhaus neue Nachweisbedingungen zu verwenden.

Schon in der Planungsphase sind bei jedem Effizienzhausnachweis folgende Konzepte aufzustellen: Wärmebrücken-, Luftdichtheits- und Lüftungskonzept sowie ein mit der Anlagenplanung abgestimmtes Wärmeversorgungskonzept.
Diese Konzepte sind nicht nur theoretisch aufzustellen, sondern in Ausschreibungen, abgestimmt auf die Nachweisergebnisse vor Ort, auf der Baustelle in Augenschein zu nehmen. Ferner sind Dichtheitsmessungen und hydraulische Abgleiche sowie gegebenenfalls Lüftungsanlageneinregulierungen zu prüfen.
Die o.a. Konzepte werden teilweise auch bereits bei KfW-Förderungen im Altbau im Zusammenhang mit energetischen Bauteilertüchtigungen erforderlich.

Rechtlicher Teil:
Der rechtliche Teil greift die aus den Planungsaufgaben Wärmeschutz, Luftdichtheit, Mindestluftwechsel bzw. Lüftung resultierenden vertrags- und haftungsrechtlich bedeutsamen Aspekte auf. Potenzielle Vertragspflichten sowie Regelungsbedarfe und -erfordernisse werden anhand aktueller Rechtsprechung verdeutlicht, um die mit dem spezifischen Leistungsspektrum der energetischen Fachplanung einhergehenden Risiken für die Akteure rechtssicher handhabbar zu machen.

So behandelt das Seminar in möglichst interdisziplinärer Zusammenschau u.a. Themen wie:
> Welche Hinweis-, Aufklärungs- und Beratungspflichten ergeben sich beispielsweise aus dem Vorhandensein unterschiedlicher Nachweisverfahren und grundsätzlich optionaler Bearbeitungstiefe?
> Wie detailliert sollten Wärmebrücken-, Luftdichtheits- und Lüftungskonzept zu welchem Zeitpunkt zu sein, damit ein in wärme- und feuchteschutztechnischer Hinsicht mangelfreies Gebäude entstehen kann? Wer ist dafür verantwortlich?
> Ist eine Planung, die keine „nutzerunabhängigen“ lüftungstechnischen Maßnahmen vorsieht, „per se“ eine mangelhafte Planung?
> Wer ist in welchem Umfang für die mangelfreie Umsetzung von Wärmeschutz-, Luftdichtheits- und Lüftungskonzept während der Bauausführung verantwortlich?
> Was ist bei den sog. „Stichprobenkontrollen“ anlässlich von Nachweisführung, „KfW-Baubegleitung“ oder auch (umfassender) baubegleitender Qualitätssicherungsmaßnahmen zu beachten?

Referenten

Leitung:
Rechtsanwältin E. Schmitz

Referenten:
Dipl.-Ing. Architekt Stefan Horschler
Büro für Bauphysik, Hannover,
Rechtsanwältin Elke Schmitz
Kanzlei Schmitz, Bremen,

Termine & Preise

Extras
Die Seminarteilnahme beinhaltet Verpflegung und ausführliche Seminarunterlagen.

Kosten
Die Kosten betragen pro Teilnehmer EUR 890,00(MwSt.-frei), inklusive aller Extras.

Die nächsten Termine

Datum / Uhrzeit Seminartitel Ort Preis
22.04.2020, 9:00 Uhr Energieeffizienz von Gebäuden - planen, nachweisen, baubegleiten Ostfildern$$ortdetail$$ EUR 890,00

© Technische Akademie Esslingen e.V., An der Akademie 5, 73760 Ostfildern  | Impressum