Form- und Lagetolerierung

Auf einen Blick

2 Tages-Seminar
in Wien
Veranstaltung Nr. 35114.00.001


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Beschreibung

Toleranzen sind heimliche Kostentreiber. Nur durch die richtige Anwendung der neuen internationalen Normen zur Form- und Lagetolerierung ist eine eindeutige und funktionsgerechte Produktspezifikation möglich. Hierdurch können nicht nur die Fertigungs- und Prüfkosten signifikant reduziert werden, auch der Abstimmungsbedarf mit Vertragspartnern wird signifikant reduziert. Da Konstruktionszeichnungen rechtsverbindliche Vertragsdokumente sind, kann zudem das Haftungsrisiko deutlich minimiert werden.

Ziel des Seminars

> Konstruktionszeichnungen von Lieferanten oder Kunden richtig interpretieren, Verbesserungspotenziale sicher erkennen
> Bedeutung aller 14 ISO-Symbole der Form- und Lagetolerierung kennen und richtig (funktionsgerecht) anwenden
> Maßnormen ISO 14405 kennenlernen, Grenzen der Maßtolerierung und Unterschiede zur geometrischen Tolerierung kennen
> richtige Tolerierungsstrategie in Abhängigkeit von der konstruktiven Aufgabenstellung festlegen
> Unabhängigkeitsprinzip sowie Inhalte der neuen ISO 8015:2011 kennen
> wesentliche Inhalte der neuen ISO 1101:2017 kennen
> Bezüge und Bezugssysteme auf Basis von ISO 5459:2011 funktionsgerecht festlegen
> Maximum-Material-Bedingung als Instrument zur Toleranzerweiterung und Kostenreduktion (ISO 2692:2006)
> Profiltoleranzen und richtige Einbindung digitaler CAD-Modelle

Sie erhalten Qualität
Das Qualitätsmanagementsystem der Technischen Akademie Esslingen
ist nach DIN EN ISO 9001 und AZAV zertifiziert.

Teilnehmerkreis

Konstrukteure, Technische Zeichner, Mitarbeiter aus Qualitätssicherung und Messtechnik sowie Arbeitsvorbereitung, Ausbilder

Seminarthemen im Überblick

Stand der letzten Durchführung:

Donnerstag, 9. November 2017
9.00 bis 12.15 und 13.45 bis 17.00 Uhr

Einführung
> Konsequenzen einer mangelhaften Form- und Lagetolerierung
> Kostenwirksamkeit von Toleranzen
> Geometrische Produktspezifikation – das GPS-Matrixmodell

ISO 8015:2011
> grundlegende Prinzipien und Regeln
> Auswirkung von ISO 8015:2011 auf bestehende und neue Konstruktionszeichnungen
> richtige Festlegung eines betrieblich geeigneten „Tolerierungsgrundsatzes“

Maße und Maßtoleranzen (dimensionale Toleranzen), Grenzen der Maßtolerierung
> typische Fehler der Maßtolerierung in Konstruktionszeichnungen (Fallbeispiele) und ihre weitreichenden Auswirkungen auf die Funktion
> Zweipunktgrößenmaß (ISO 17450-3:2016) als standardmäßiger ISO GPS Spezifikationsoperator für lineare Größenmaße (ISO 14405-1:2016), messtechnische Umsetzung (Verifikation) und Probleme
> Hüllbedingung: Anwendungsmöglichkeiten und -grenzen, Fertigungskosten
> Hüllprinzip (DIN 7167:1987, zurückgezogen) und Unabhängigkeitsprinzip (ISO 8015:1985, zurückgezogen)
> Festlegung eines zeichnungs- oder firmenspezifischen ISO GPS Spezifikationsoperators unter Berücksichtung der verfügbaren Messmittel
> ausgewählte Modifikatoren für lineare Größenmaße zur Beschreibung des Typs eines linearen Größenmaßmerkmals (ISO 14405-1:2016) – richtige Auswahl in Abhängigkeit der Funktion
> Grenzen der Maßtolerierung und Unterschiede zur geometrischen Tolerierung (ISO 14405-2:2011)
> ISO-Maßtoleranzsystem: neue Interpretation ISO-codierter Maße (z. B. 30 H7) nach ISO 286-1:2010

Grundlagen der Form- und Lagetolerierung (geometrische Tolerierung)
> typische Fehler der Form- und Lagetolerierung (Fallbeispiele) und ihre Auswirkung auf die Funktion
> Toleranzindikator – Aufbau und Eintragungsregeln für integrale und abgeleitete Geometrieelemente
> alternative Kennzeichnungsmöglichkeit für abgeleitete Geometrieelemente
> Toleranzzonen – Form (z. B. linear, zylindrisch, sphärisch) und Weite, Anwendungsbeispiele

Formtoleranzen (ISO 1101:2017)
> Geradheit von Kanten, Mittellinien und Linienelementen eines Zylinders
> Ebenheit für integrale und abgeleitete Geometrieelemente
> Rundheit von zylindrischen Flächen und Kugeln
> Zylindrizität
> typische Anwendungsbeispiele für die Formtolerierung (z. B. Dichtflächen)

Freitag, 10. November 2017
9.00 bis 12.15 und 13.45 bis 17.00 Uhr

Bezüge und Bezugssysteme (ISO 5459:2011 / 2018)
> die Rolle der Bezüge, funktionsgerechte Festlegung von Bezügen, typische Anwendungsfälle, Praxisbeispiele und Tipps
> Bezugssymbol, Eintragungsregeln für integrale und abgeleitete Geometrieelemente
> direkte und indirekte geometrische Tolerierung von Bezügen
> standardmäßige Regeln für die Bildung von Einzelbezügen nach ISO 5459:2017: Ebene, Kreis und Zylinder, Kugel, Parallel-Kanten- und Parallel-Ebenenpaar, Kegel und Keil
> gemeinsamer Bezug: Zeichnungseintragung und Regeln für die Bezugsbildung. Anwendungs- und Praxisbeispiele, Bildung eines gemeinsamen Bezugs aus einer Kollektion von mehr als zwei Flächen, messtechnische Probleme bei der Bildung eines gemeinsamen Bezugs
> Bezugssysteme: Aufbau und Interpretation von Bezugssystemen, Praxisbeispiele und Praxistipps
> Erkennen unbrauchbarer Bezüge und Bezugssysteme, Abhilfemaßnahmen
> Bezugsstellen: Symbolik, feste und bewegliche Bezugsstelle, berührendes Geometrieelement [CF]
> Übungen und Praxisbeispiele zur funktions-, fertigungs- und prüfgerechten Bezugsbildung

Richtungstoleranzen (ISO 1101:2017)
> Parallelität, Rechtwinkligkeit, Neigung
> Übungs-, Praxis- und Anwendungsbeispiele zu den Richtungstoleranzen

Ortstoleranzen (ISO 1101:2017, ISO 5458:2017)
> Symmetrie
> Koaxialität und Konzentrizität, Unterschied zwischen Koaxialität und Konzentrizität
> Position (ISO 1101:2017, ISO 5458:2017) – theoretische Maße, normkonforme Zeichnungseintragung, Anwendungsmöglichkeiten (u. a. Ersatz für mehrdeutige „+- Toleranzen“ bei linearen Abständen), Tolerierung von Mustern (CZ- und SZ-Modifikator), Einblick in die neue ISO 5458:2017
> Übungs-, Praxis- und Anwendungsbeispiele zu den Ortstoleranzen

Profiltoleranzen (ISO 1101:2017, ISO 1660:2017)
> Profiltoleranz einer Linie und Profiltoleranz einer Fläche (Linien- und Flächenprofil; ISO 1660:2017)
> Anwendung der Profiltoleranzen als Form-, Richtungs- und Ortstoleranzen (Beispiele)
> Geometrieelementprinzip (ISO 8015:2011) und vereinigtes Geometrieelement (UF)
> Kennzeichnung eingeschränkter Bereiche
> Einbindung digitaler CAD-Modelle, vereinfachte CAD-Zeichnungen (VDA 4953), Profiltoleranzen als Ersatz zu lückenhaften und mehrdeutigen Allgemeintoleranzen, Spezifikation allgemeiner Profiltoleranzen
> Übungs-, Praxis- und Anwendungsbeispiele, Klärung firmenspezifischer Fragestellungen

Lauftoleranzen (ISO 1101:2017)
> Rundlauf (radial, axial, in beliebiger und in spezifizierter Richtung), Anwendung von Richtungselementen
> Unterschied zwischen Rundlauf (radial), Koaxialität und Rundheit
> Gesamtlauf
> Übungs-, Praxis- und Anwendungsbeispiele zu den Lauftoleranzen

Allgemeintoleranzen für Form- und Lage – richtige Anwendung und Lücken der Allgemeintolerierung
> spanende Bearbeitung (ISO 2768-2),
> Konsequenzen des geplanten Rückzugs von ISO 2768-1 und -2, neue ISO 22081
> Metallguss (ISO 8062-3:2008 und ISO/DIS 8062-4:2015)
> Schweißen (ISO 13920)
> Kunststoff-Formteile (DIN 16742:2013), Anwendungsgrenzen von DIN 16742

Maximum-Material Bedingung, Minimum-Material Bedingung (ISO 2692:2015) – Einführung
> Maximum-Material Bedingung als Instrument zur Toleranzerweiterung ohne Beeinträchtigung der Funktion, Verminderung von Fertigungs- und Prüfkosten
> Begriffe und normgerechte Zeichnungseintragung
> Übungs-, Praxis- und Anwendungsbeispiele zur Verdeutlichung der Maximum-Material Bedingung

Projizierte Toleranzzone (ISO 1101:2017)
> Eintragungsregeln für die projizierte Toleranzzone (toleriertes Elemente und Bezugselelement)
> Anwendungsbeispiele und Nutzen der projizierten Toleranzzone

Tolerierung nicht formstabiler Teile (ISO 10579:2013)
> Unterscheidung formstabiler und nicht formstabiler Teile, Notwendigkeit der Spezifikation von Aufspannbedingungen
> Regeln für die Zeichnungseintragung

Verfahrensregeln für digitale Produktdefinition (ISO 16792:2015)
> Einbindung digitaler CAD-Modelle in die Toleranzkette, notwendige Zeichnungsangaben
> Anforderungen an die Erstellung digitaler, produktdefinierender Daten (ISO 16792:2015)

Termine & Preise

Extras
Die Seminarteilnahme beinhaltet Verpflegung und ausführliche Seminarunterlagen.

Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Teilnehmer begrenzt, um den optimalen Lernerfolg zu garantieren.

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