Gleitlager als moderne Maschinenelemente

Konstruktion, Werkstoffwahl und Schmierung von Radiallagern, Stationäre Radiallager, Schmierstoff- und Schmierungstechnik, Gleitlagerschäden

In Zusammenarbeit mit der T+S Akademie

Auf einen Blick

2 Tages-Seminar
12.06.2018 - 13.06.2018
8:30 Uhr
in Ostfildern

Technische Akademie Esslingen
An der Akademie 5
73760 Ostfildern

EUR 1.150,00(MwSt.-frei)

bis zu 50% Zuschuss möglich!

Veranstaltung Nr. 33393.00.008


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Referent:
Prof. Dr.-Ing. W. J. Bartz
T+S Tribologie und Schmierungstechnik, Denkendorf

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Beschreibung

Für einen langzeitigen störungsfreien Betrieb von Gleitlagern ist es unerlässlich, alle tribotechnischen Zusammenhänge bereits bei der Berechnung und Gestaltung zu berücksichtigen und unter Beachtung der Grenzwerte der beteiligten Werkstoffe und Schmierstoffe die Konstruktionsdaten den zu erwartenden Betriebsbedingungen anzupassen. Bezogen auf die Schmierung als Maßnahme zum Optimieren von Reibung und Verschleiß, wird bei dem geschilderten Vorgehen der Schmierstoff als Funktionselement behandelt.

Es ist dabei anzustreben, den Schmierstoff als Parameter in die Berechnung und Konstruktion des Gleitlagers einzuführen, ihn also als Konstruktionselement zu behandeln. Für die Anerkennung als Konstruktionselement sind zwei Merkmale charakteristisch – die Austauschbarkeit und die Berechenbarkeit. Hinsichtlich der Austauschbarkeit erübrigt sich eine besondere Erwähnung. Der Berechnung des Schmierstoffs hingegen sind noch engere Grenzen gesetzt. Wie gezeigt wird, ist das Einbeziehen des Schmierstoffs in die Berechnung und Auslegung hydrodynamisch laufender Gleitlager jedoch weitgehend gesichert.

Hierzu muss die Viskosität als physikalische Kenngröße des Schmierstoffs bestimmt werden, die charakteristisch für die potenzielle Kraftübertragung durch den Schmierstoff ist. Die Abstimmung dieser Kenngröße des Konstruktionselements Schmierstoff auf die Konstruktionsdaten des Gleitlagers kennzeichnet das tribotechnisch richtige Vorgehen bei der Behandlung von Gleitlagern.

In diesem Seminar werden die wichtigsten der aufgezeigten Zusammenhänge besprochen und diskutiert.

Ziel des Seminars

In diesem Seminar werden die wichtigsten der aufgezeigten Zusammenhänge be-
sprochen und diskutiert.

Sie erhalten Qualität
Das Qualitätsmanagementsystem der Technischen Akademie Esslingen
ist nach DIN EN ISO 9001 und AZAV zertifiziert.

Teilnehmerkreis

Dieses Seminar richtet sich an Betriebsleiter, Konstrukteure, Betriebsingenieure, Schmierungsfachingenieure, Ingenieure für das Gebiet der Antriebstechnik und des Motorenbaus, Fachingenieure der Schadensuntersuchung und Instandhaltung.

Seminarthemen im Überblick

Dienstag, 12. und Mittwoch, 13. Juni 2018
8.30 bis 12.15 und 13.45 bis 17.00 Uhr

1. Grundlegende Zusammenhänge der Tribologie – speziell für das Gleitlager
> Abgrenzung der Reibungs- und Schmierungszustände
> Viskositätsbegriffe
> Definition und Dimensionen
> Bedeutung der Viskosität für Hydrodynamik
> Verhalten hydrodynamischer Gleitlager

2. Tribologische Gesichtspunkte zur Wahl zwischen Gleit- und Wälzlagern

3. Gleitlager im Bereich der Mischreibung

4. Berechnung hydrodynamischer Radialgleitlager
> Grundlagen und Ergebnisse der hydrodynamischen Schmierungstheorie
> Mischreibung und Flüssigkeitsreibung
> Kennzahlen für Tragkraft, Reibung, Erwärmung, Öldurchsatz und elastische Deformationen
> klassische und neuere Berechnungsverfahren: Drescher, DIN 31652, Vogelpohl, VDI-Richtlinie 2204
> Einsatz von PCs
> Durchrechnung von Beispielen

5. Konstruktive Gestaltung des Gleitlagers unter Berücksichtigung der Schmierung
> Druckaufbau und Reibung
> Gleitraumgestaltung und Tragfähigkeit
> Gleitgeschwindigkeit und „hydrodynamisch wirksame“ Geschwindigkeit
> Tragfähigkeitsmindernde und -steigernde Einflüsse elastischer Deformationen
> Verschleißursachen und -folgen
> „Innere Schmierstoffführung“ und Ölaustausch
> Kühl- und Schmiermittelbedarf
> Verbrauchsschmierung
> Ringschmierung
> Umlaufschmierung
> Schwerlastlager
> Schnelllauflager
> Unterteilung der Laufflächen
> feste und selbsteinstellende Gleitschuhe
> Instabilität bei hohen Drehzahlen (Halbfrequenzwirbel)
> Anfahrtshilfen
> Sonderbauten
> hydrostatische Lager
> Bemessungsregeln
> Optimierungsfragen

6. Sintermetall-Gleitlager – zeitgemäße Maschinenelemente
> Kriterien der Werkstoffauswahl
> Gleitverhalten und Belastungsgrenzen (Prüffeldergebnisse)
> Sinterlagerschmierstoffe (neuere Erkenntnisse)
> Einfluss der Lagergestaltung auf das Betriebsverhalten
> optimierte Anwendung der Gegenlaufwerkstoffe
> Einsatzschwerpunkte

7. Optimierung der Schmiernutenform in hydrodynamischen Gleitführungen
> Funktion hydrodynamischer Gleitführungen
> Phänomen des Klemmens bei Führungen mit Umgriff
> Aufgaben der Schmiernuten
> Berechnungsansätze zur Dimensionierung

8. Rechnergestützte Verfahren für instationär belastete Gleitlager
Teil I: Hydrodynamische Berechnungsverfahren
> Hydrodynamische Schmierungstheorie
> Grundlagen der Kennfeld-Lösungen; überlagerte Tragkraft- und Druckanteile, Mobility- und Impedanzmethode
> Fallstudien zur Verlagerungsbahn, Druckentwicklung und Verlustleistung von Grund- und Pleuellagern
> Vorteile und Grenzen der Kennfeldlösungen

Teil II: Elasto-hydrodynamische Berechnungsverfahren
> Entwicklung elasto-hydrodynamischer Berechnungsverfahren
> Finite-Elemente
> Algorithmen zur direkten Lösung der reynoldsschen Differentialgleichung und der Deformationsanalyse; Simulationsverfahren für strukturdynamisch/elastohydrodynamisch gekoppelte Systeme

9. Der moderne Schmierstoff und seine Anwendung im Gleitlager
> Schmierstoffarten
> Zusammensetzung Schmieröl
> Eigenschaften Schmieröle
> Wirkung von Additiven
> chemisch-physikalische Kenndaten von Schmierölen
> Zusammensetzung Schmierfette
> chemisch-physikalische Kenndaten von Schmierfetten
> Mischbarkeit und Verträglichkeit von Schmierölen und -fetten

10. Schmierstoffversorgung und Schmierstoffpflege
> Öl- oder Fettschmierung
> genormte Schmierstoffe
> Schmieranlagen
> Ölprüfung
> Ölreinigung
> Gebrauchsdauer und Ölwechsel

11. Einführung in die Schadensanalyse
> Schmierstoffeinfluss
> Schadensanalyse: Zuordnung von Schadens bild und Schadensursache
> Beispiele für Gleitlagerschäden (Laufschicht und Stützschale): Verschleiß, Deformationen, Überhitzung, Ermüdung, Korrosionen, Kavitationen und Erosionen

12. Verschleißanalyse von Gleitlagern in Verbrennungsmotoren
> Messmethode
> Analysen des Einlaufverhaltens
> Veränderungen von Verschleiß und Reibung durch Tribomutation
> Betriebsanalysen bei konstanten und instationären Betriebspunkten
> Empfindlichkeitsanalysen
> Bildung von Verschleißkennwerten für die Praxis

13. Gleitlagerschäden
> Erscheinungsformen von Lagerschäden und möglicher Ursachen
> Verschleiß
> Korrosion
> Riefenbildung
> Ermüdung
> Auswaschungen
> Passungsrost
> Überhitzung und totale Zerstörung
> Sonderfälle
> Einfluss der Lager- und Wellenwerkstoffe

Referenten

Prof. Dr.-Ing. Wilfried J. Bartz
T + S Tribologie und Schmierungstechnik, Denkendorf,

Termine & Preise

Extras
Die Seminarteilnahme beinhaltet Verpflegung und ausführliche Seminarunterlagen.

Kosten
Die Kosten betragen pro Teilnehmer EUR 1.150,00(MwSt.-frei), inklusive aller Extras.

Fördermöglichkeiten
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Datum / Uhrzeit Seminartitel Ort Preis
12.06.2018, 8:30 Uhr Gleitlager als moderne Maschinenelemente Ostfildern$$ortdetail$$ EUR 1.150,00

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