Grundlagen der Tribologie und Schmierungstechnik

In Zusammenarbeit mit der T+S Akademie

Auf einen Blick

3 Tages-Seminar
neuer Termin in Planung in Ostfildern
Veranstaltung Nr. 32519.00.031


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Beschreibung

Der Konstrukteur von Maschinenanlagen muss bereits bei der Auslegung, Konstruktion und Entwicklung eine langzeitige Betriebssicherheit anstreben. Voraussetzung dafür ist die fachgerechte Wartung der Maschinenanlage und der Einsatz geeigneter Schmierstoffe bei bewegten Maschinenteilen.

Kaum eine Maschinenanlage kann ohne Maßnahme zum Optimieren von Reibung und Verschleiß betrieben werden. In der Metallbearbeitung übernehmen Schmierstoffe ebenso wichtige Aufgaben wie in der Weltraumfahrt oder beim Betrieb von Kernreaktoren.

Für einen langzeitigen störungsfreien Betrieb bewegter Maschinenelemente müssen nicht nur alle am Bewegungsvorgang beteiligten Elemente, sondern auch die unbeweglichen und tragenden Teile aufeinander abgestimmt und unter Berücksichtigung der Grenzwerte ihrer Eigenschaften den vorgegebenen oder erwarteten Betriebsbedingungen angepasst werden. Der Schmierstoff übernimmt damit die Optimierung von Reibung und Verschleiß und wird so Funktionselement.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Schmierstoff als Parameter in die Berechnung und Konstruktion eines bewegten Maschinenelementes, etwa eines Gleitlagers, Wälzlagers oder einer Zahnradpaarung, einzuführen, ihn also als Konstruktionselement zu behandeln.

Übernimmt der Schmierstoff weitere Aufgaben, wie etwa Dispergieren von Verunreinigungen bei der Schmierung von Verbrennungskraftmaschinen oder Spänetransport und verstärkte Wärmeabfuhr beim Kühlschmierstoff bei der Metallbearbeitung, kennzeichnen diese ihn als Betriebsstoff.

Solche Sonderaufgaben treten aber nicht isoliert auf, sodass der Schmierstoff als Funktions- oder Konstruktionselement und als Betriebsstoff zu bewerten ist.

Ziel des Seminars

> Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Reibung, Verschleiß und Schmierung?
> Welche Schmierstoffe stehen zur Verfügung?
> Welche Eigenschaften haben Schmierstoffe?
> Welche Aufgaben kann ein Schmierstoff übernehmen?
> Wo können Schmierstoffe eingesetzt werden?
> Wie kann der Schmierstoff in Berechnung und Konstruktion von Maschinenelementen einbezogen werden?
> Wie können Schäden durch die Wahl des Schmierstoffes vermieden werden?

Sie erhalten Qualität
Das Qualitätsmanagementsystem der Technischen Akademie Esslingen
ist nach DIN EN ISO 9001 und AZAV zertifiziert.

Teilnehmerkreis

Dieses Seminar richtet sich an Betriebsleiter, Betriebsingenieure, Konstrukteure, Schmierungs- und Schmierstofffachleute in Schmierstoff herstellenden, prüfenden und anwendenden Betrieben, Ingenieure des Gleitlager-, Wälzlager-, Getriebe- und Motorenbaus, Fachingenieure der Instandhaltung und der Schadensanalytik.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Seminarthemen im Überblick

Stand der letzten Durchführung:

Dienstag, 16. Januar 2018
8.30 bis 11.45 und 12.45 bis 16.30 Uhr

Grundlegende Zusammenhänge zwischen Reibung, Verschleiß und Schmierung
> Definition, Gesetzmäßigkeiten und Entstehung der Reibung
> Verschleiß, Verschleißformen und Verschleißmaß
> Zusammenhang zwischen Reibung und Verschleiß
> Reibungs- und Schmierungszustände, Reaktionsmechanismus bei Mischreibung
> Oberflächenbeschreibung
> Tribologie der Werkstoffe

Grundlagen der hydrodynamischen und elastohydrodynamischen Schmierung
> geschichtliche Entwicklung
> Voraussetzungen zur hydrodynamischen Druckentwicklung
> Lösung der reynoldsschen Differentialgleichung
> Grenzen der Hydrodynamik
> Erweiterung der Hydrodynamik zur Elastohydrodynamik

Grundlagen der Schmierstoffe
a) Mineralölbasische Schmieröle und Schmierfette
> Schmierstofftypen
> Schritte der Schmierstoffherstellung
> Grundeigenschaften von Mineralölen
> Schmierfett: Typen, Herstellung und Gebrauchseigenschaften
> Normung

Mittwoch, 17. Januar 2018
8.30 bis 11.45 und 12.45 bis 16.30 Uhr

b) Synthetische Schmierstoffe
> Abgrenzung der Einsatzbereiche synthetischer Schmierstoffe
> Einteilung der synthetischen Schmierstoffe
> Gebrauchseigenschaften synthetischer Schmierstoffe

c) Biologisch abbaubare Schmierstoffe und Arbeitsflüssigkeiten
> gesetzlicher Rahmen
> Stoffgruppen für Basisflüssigkeiten: Polyalkylenglykole, synthetische Ester, native Öle
> Verträglichkeit mit Dichtungswerkstoffen
> Vergabe des Umweltzeichens

d) Festschmierstoffe
> Einsatzbereiche für Festschmierstoffe
> Festschmierstofftypen
> Anwendung von Festschmierstoffen und Gebrauchseigenschaften

e) Additive für Schmierstoffe
> Wirkungsmechanismus, Eigenschaften und Anwendung der wichtigsten Typen

f) Chemische, physikalische und technologische Eigenschaften von Schmierölen und -fetten
> genormte und nicht-genormte Eigenschaften
> Mindestanforderungen an Schmierstoffe

Viskosität und Fließverhalten
> Definition, Dimensionen und Messung der Viskosität
> rheologische Eigenschaften der Schmierstoffe
> Abhängigkeit der Viskosität von Temperatur, Druck und Geschwindigkeitsgefälle
> newtonsche und nicht-newtonsche Schmierstoffe

Gleitlagertechnik und -schmierung
> Kraftübertragung durch Lagerungen
> Gleitlagertypen
> Reibungsverlauf und Betriebsgrenzen (Stribeckkurve)
> Tragfähigkeit: Sommerfeldzahl, Exzentrizität und Übergangszahl
> Erwärmung und erforderliche Ölmenge
> fettgeschmierte Gleitlager
> konstruktive Maßnahmen

Donnerstag, 18. Januar 2018
8.30 bis 11.45 und 12.45 bis 16.30 Uhr

Wälzlagertechnik und -schmierung
> Wälz- und Gleitvorgang
> Aufgaben des Schmierstoffs
> Einfluss des Schmierstoffs auf Reibung, Verschleiß und Lebensdauer
> Abgrenzung zwischen Schmierung und Fettschmierung
> Schmierstoffauswahl, Schmierstoffmenge und Nachschmierfristen

Zahnradtechnik und Getriebeschmierung
> Zahneingriff, Bewegungsverhältnisse und Schmierungsvorgang
> Beanspruchungsverhältnisse
> Auslegung von Zahnradpaarungen
> Sicherheit gegen Fressen durch ausreichende Viskosität (Elastohydrodynamik)
> Sicherheit gegen Fressen durch Extreme-Pressure- und Anti-Wear-Additive
> Formulierung von Getriebeölen
> Klassifizierung, Spezifizierung und Prüfung von Getriebeölen
> Schmierstoffauswahl für Industrie- und Kfz-Getriebe

Schäden an geschmierten Maschinenelementen
> Einfluss des Schmierstoffs und der Schmierung auf die Entstehung von Schäden
> Schadensstatistik
> Zuordnung zwischen Schadensbild und -ursache
> Beispiele für Gleitlager-, Wälzlager- und Zahnradschäden
> technische Diagnose im Rahmen der Instandhaltung zur Schadenverhütung

Termine & Preise

Extras
Die Seminarteilnahme beinhaltet Verpflegung und ausführliche Seminarunterlagen.

Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Teilnehmer begrenzt, um den optimalen Lernerfolg zu garantieren.

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