Grundlagen des Tunnelbaus

Planung, Neubau und Sanierung von Tunnelbauwerken

Auf einen Blick

2 Tages-Seminar
location_onvideocam Flex-Option 23.03.2023 - 24.03.2023
9:00 Uhr
in Ostfildern bei Stuttgart
EUR 980,00(MwSt.-frei)
weniger bezahlen – so geht´s
Veranstaltung Nr. 35859.00.002


Referenten:
Prof. Dr.-Ing. Markus Thewes
Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Tunnelbau, Leitungsbau u. Baubetrieb
Dr.-Ing. Christian Wawrzyniak
Sachverständiger für Geotechnik, Tunnel-/Felsbau, Vaihingen an der Enz

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Beschreibung

Die zunehmende Verkehrsdichte, die Knappheit freier Flächen in Ballungsräumen und die steigenden Anforderungen an den Schutz von Mensch und Natur vor Emissionen sind die wesentlichen Gründe dafür, dass Verkehrswege und Leitungen in zunehmendem Umfang unter die Erde in Tunnelbauwerke verlegt werden. Im Zuge des Ausbaus und der Modernisierung des Eisenbahnnetzes sowie der Straßen werden deshalb zahlreiche neue Tunnelbauwerke geplant bzw. hergestellt. Aufgrund der vergleichsweise hohen Baukosten von Tunnelbauwerken kommt den unterirdischen Verkehrsanlagen eine hohe Bedeutung innerhalb der jeweiligen Neubau- und Ausbauprojekte zu. Weiterhin gibt es in Europa eine Vielzahl an Tunnelbauwerken, die aufgrund ihres Bauwerksalters von teilweise über 150 Jahren sanierungsbedürftige Schäden aufweisen oder den heutigen Anforderungen an die Querschnittsgeometrie und auch den aktuellen Sicherheitsanforderungen nicht mehr genügen und deshalb einer Erneuerung bedürfen.

Eine Besonderheit im Tunnelbau ist, dass der umgebende Baugrund Lasteinwirkung und Teil des Tragwerks zugleich ist. Für die an der Planung und Bauausführung Beteiligten kommt es deshalb darauf an, die mittragende Wirkung des Untergrundes möglichst zutreffend einzuschätzen und die beim Bau des Tunnels erforderlichen Sicherungs- und Ausbaumaßnahmen einerseits mit einer ausreichenden Sicherheit und andererseits möglichst wirtschaftlich anzuwenden.

Ziel der Weiterbildung

Das Seminar „Grundlagen des Tunnelbaus“ vermittelt anhand von Fallbeispielen die komplexen Wechselwirkungen zwischen Baugrund und Bauwerk. Weiterhin werden die verschiedenen im Tunnelbau angewendeten Bauweisen und Verfahren vorgestellt. Hierbei fließen neue Entwicklungen und Baustoffe ein. Auf der Grundlage der Erfahrungen aus verschiedenen Schadensfällen ergeben sich zudem Schlussfolgerungen und Hinweise für zukünftige Bauvorhaben im Tunnelbau.

Das Seminar ist gemäß der Fortbildungsordnung der Ingenieurkammer Baden-Württemberg und der Ingenieurkammer-Bau NRW anerkannt.

Sie erhalten Qualität
Das Qualitätsmanagementsystem der Technischen Akademie Esslingen ist nach DIN EN ISO 9001 und AZAV zertifiziert.

Teilnehmer:innenkreis

Ingenieure der Fachrichtungen Bauingenieurwesen und Geotechnik sowie Ingenieurgeologen, Vertreter von Bauämtern und Behörden, Bauherrenvertreter aus dem Verkehrswesen und dem Leitungsbau, Projektsteuerer, Vertreter von Ingenieurbüros und Baufirmen.

Inhalte

Donnerstag, 23. und Freitag, 24. März 2023
9:00 bis 12:15 und 13:15 bis 16:30 Uhr

Bauweisen im Tunnelbau
> Spritzbetonbauweise
> maschineller Tunnelvortrieb
> Sonderbauweisen (z.B. offene Bauweise, Deckelbauweise, Caissonbauweise)

Baugrundmodell
> Eigenschaften von Boden und Fels
> Grundlagen der Baugrunderkundung
> Aufstellung eines Baugrundmodells

Planungsgrundlagen im Tunnelbau
> Linienführung
> Querschnittsgestaltung
> Inhalt des tunnelbautechnischen Gutachtens

Gebirgsdruck und Berechnungsmodelle
> Spannungszustände im Gebirge
> Berechnungsmodelle
> Dimensionierung des Ausbaus und Beispiele

Anwendung der Beobachtungsmethode
> Mess- und Überwachungsverfahren
> Setzungen im Tunnelbau
> Vergleich der prognostizierten mit den tatsächlichen Verformungen (Fallbeispiele)

Tunnelbau in Spritzbetonbauweise
> Ausbruch im Bagger- und Sprengvortrieb
> temporäre Sicherung mit Spritzbeton
> endgültige Sicherung mit Ortbeton

Abdichtung und Entwässerung
> Grundlagen zur Abdichtung und Entwässerung
> Entwässerungskonzepte
> druckwasserhaltende Abdichtung und freie Entwässerung

Maschineller Tunnelvortrieb
> Tunnelvortriebsmaschinen und Maschinentypen
> Entwurfskriterien und wichtige Maschinenkomponenten
> Suspension + Separierung bei Hydroschilden und Bodenkonditionierung bei EPB-Schilden

Sicherung von Tunnelbauwerken mit Tübbingen
> Entwurf und Konstruktion
> Herstellung und Einbau
> Dübel, Dichtungen und Toleranzen

Sonderverfahren im Tunnelbau
> Bodenvereisung
> Düsenstrahlverfahren
> Hebungsinjektionen

Erneuerung von Tunnelbauwerken
> Randbedingungen und Entwurfsgrundlagen
> „Tunnel in Tunnel“-Methode
> Fallbeispiele

Schadensfälle im Tunnelbau
> Schadensursachen bei der Aufstellung des Baugrundmodells
> Schadensursachen in der Planung
> Schadensursachen in der Bauausführung

Referent:innen

Leitung:
Dr.-Ing. Christian Wawrzyniak

Referenten:
Prof. Dr.-Ing. Markus Thewes
Herr Prof. Thewes hat Bauingenieurwesen an der RWTH Aachen studiert und 1999 zu einem Thema im maschinellen Tunnelvortrieb an der Bergischen Universität Wuppertal promoviert. Nach verschiedenen beruflichen Stationen bei einer Baufirma, einem Ingenieurunternehmen und einem Hersteller für Tunnelvortriebsmaschinen hat Prof. Thewes im Jahre 2005 die Leitung des Lehrstuhls für Tunnelbau, Leitungsbau und Baubetrieb an der Ruhr-Universität Bochum übernommen. Er hat Tunnelbauprojekte im In- und Ausland bearbeitet. Er ist Autor und Koautor von über 200 Veröffentlichungen zum Thema Tunnelbau, hält Fachvorträge und ist ein international anerkannter Ansprechpartner für Bauherren und Baufirmen bei der Lösung von schwierigen Fragestellungen im Tunnelbau.
Dr.-Ing. Christian Wawrzyniak
Herr Dr.-Ing. Wawrzyniak hat Ingenieurgeologie an der RWTH Aachen studiert und 2002 zu einem Thema im Zusammenhang mit Tunnelbau in Spritzbetonbauweise zum Ingenieur promoviert. Im Laufe seines beruflichen Werdegangs war er in verschiedenen Ingenieurunternehmen tätig und hat Tunnelbauprojekte im In- und Ausland bearbeitet. Herr Dr. Wawrzyniak wurde 2011 zum ö.b.u.v. Sachverständigen für Tunnel- und Felsbau ernannt und 2014 als Prüfsachverständiger vom Eisenbahn-Bundesamt anerkannt. Im Jahre 2017 hat er ein eigenes Ingenieurbüro gegründet und ist seitdem als Gutachter für Tunnelbau in Gerichtsfällen, als Prüfsachverständiger oder als Schadengutachter im Auftrag von Bauherren, Baufirmen und Versicherungen tätig. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Herr Dr. Wawrzyniak Lehrbeauftragter für Tunnelbau an den Universitäten Stuttgart und Kassel.,

Termine & Preise

Extras
Die Teilnahmegebühr beinhaltet ausführliche Seminarunterlagen und bei Teilnahme vor Ort Verpflegung.

Kosten
Die Kosten betragen pro Teilnehmer EUR 980,00(MwSt.-frei), inklusive aller Extras.

Fördermöglichkeiten
weniger bezahlen – so geht´s

Die nächsten Termine

Datum / Uhrzeit Seminartitel Ort Preis
23.03.2023, 9:00 Uhr Grundlagen des Tunnelbaus Ostfildern$$ortdetail$$ EUR 980,00

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