Kurz- und Schnellkalkulation für Teile, Komponenten, Baugruppen, Module, Maschinen/Anlagen

Frühzeitige Kosteninformationen für Entwicklung und Konstruktion, Planung, Arbeitsvorbereitung, technischer Einkauf

Beschreibung

Um beim Service und bei der Produktentwicklung genaue und verlässliche Kostenschätzungen vornehmen zu können, werden Kosten, Leistungen, Termine, Qualität und Risiken sinnvollerweise einbezogen.
Die Ingenieurausbildung konzentriert sich jedoch auf Produktleistungen, die tägliche Arbeit wird von Ressourcen und Terminen dominiert. Bei der Ausrichtung auf Kundenerwartungen und Investitionskosten werden die Lebenszykluskosten häufig ignoriert.
Die Kosten stehen nicht im Fokus der Konstrukteure. Sie werden selten bereits während der Konstruktion analysiert. Die Verwendung von Verbindungswerkzeugen von Konstruktionsparametern mit Kosten ist noch nicht weit verbreitet.
Je mehr und je früher man jedoch darüber weiß, desto besser sind die Ergebnisse.
> Prozesskostenanalysen werden benötigt
> Parameter aus anderen Schätzobjekten werden herangezogen
> Fertigungsplanung und Kostenermittlung erfolgen mit CAD-Modellen

Ziel der Weiterbildung

Im Seminar werden neue und bewährte Methoden und Werkzeuge an Beispielen vorgestellt. Sie eignen sich für frühzeitige, schnelle Kostenschätzungen, besonders auch bei eingeschränkt vorliegenden Produktfestlegungen. Auf der Basis dieser Kostenschätzungen können ungeeignete Konzepte ausgeschieden und Ressourcen auf erfolgversprechende Lösungen konzentriert werden.

Die Vorgehensweise zur Kostenermittlung ohne EDV für Teile, Komponenten, Modulen und Maschinen sowie deren Anwendungsmöglichkeiten werden mit Beispielen und Fallstudien vorgestellt. Zusätzlich wird gezeigt, welche Möglichkeiten und Verbesserungen EDV-­gestützte Verfahren bieten.

> schnelle Kosteninformationen
> begrenzter Aufwand
> eine der Verwendung angemessenem Genauigkeit
> Ermittlung realistischer Sollkosten für Angebote und Beschaffung

Sie erhalten Qualität
Das Qualitätsmanagementsystem der Technischen Akademie Esslingen
ist nach DIN EN ISO 9001 und AZAV zertifiziert.

Teilnehmerkreis

Fach- und Führungskräfte in Entwicklung, Konstruktion, Planung, Arbeitsvorbereitung und Technischem Einkauf

Inhalte

Stand der letzten Durchführung:

Mittwoch, 6. und Donnerstag, 7. Februar 2019
1. Tag: 9.00 bis 12.15 und 13.00 bis 18.15 Uhr
2. Tag: 8.00 bis 12.00 und 13.00 bis 16.30 Uhr

1. geeignete Kalkulationsmethoden und Anwendungsbereiche (E. Bendeich)
> Anforderungen
> Vollkosten-, Teilkosten-/Deckungsbeitragsrechnung
> Zielkostenermittlung und -vorgabe an die Konstruktion

2. Verfügbare und bewährte Methoden zur Kostenermittlung (E. Bendeich)
> Ähnlichkeiten, fallbasiertes Schließen und Kostenwachstumsgesetze bei Produkten
> Ähnlichkeitsmethoden für Prozesse
> parametrische Methoden
> Detailkalkulation, Ingenieurmethoden
> Kostenstrukturen, Kostenanteile
> Anwendungsbereiche und Anwendungsphasen der Methoden

3. Produktkostenermittlung (E. Bendeich)
> Ermittlung der Kosteneinflussgrößen, Kostenstrukturen und Kostentreiber
> Materialkosten, Gewichtskostenkalkulation
> Vorgehen bei unvollständigen Produktinformationen
> Aufwands- und Zeitaspekte, Datenaktualisierung
> notwendige Genauigkeit

5. Kostenermittlung bei diversen Fertigungsverfahren (E. Bendeich)
> Vorgehen bei Zerspanung: Drehen, Fräsen, Bohren, Schleifen
> Blechfertigung: Schneiden, Lasern, Stanzen
> Schweißteile und Schweißkonstruktionen

6. Beispielrechnungen für wichtige Fertigungsverfahren (E. Bendeich)

7. Konstruktionsbegleitende Kalkulation – Design Build-Methode für die frühen Phasen (E. Bendeich)
> Einzelfertigung/Einmalfertigung: Sell—> Design—> Make gegenüber Massenfertigung: Design mit Kostenermittlung aus CAD-Produktmodell—> Make—> Sell
> Vorteile Design Build gegenüber klassischen Methoden: Zeit-/Kosteneinsparung, frühzeitige Kostendaten, verringerte Änderungen, Qualitätsverbesserung

7. Regelbasierte Kalkulation mit fertigen Verfahrensmodulen (A. Hess)
> Technologiebasis mit bereits hinterlegten Schnitt­ und Zeitwerten (u.a. für Drehen, Fräsen, Bohren, Schleifen, Erodieren, Verzahnen, Schweißen, Montage)
> technologische Variantenkalkulationen und Standortvergleiche
> CAD­Daten basierte Fräszeitberechnung
> eigenständiges System oder Nutzung integriert in ein ERP­System (Beispiel SAP R/3)

8. Kostenbewusstes Konstruieren – aus 3D-CAD-Modellen automatisch zukünftige Herstellkosten ermitteln (J. Weißkopf)
> Ermittlung geeigneter Fertigungsverfahren anhand von CAD-Modellen
> valide, automatisierte Vorkalkulation der Herstellkosten
> Rüst-, Neben- und Eingriffszeiten kalkulieren
> Vergleich verschiedener Szenarien (Losgrößen, Standorte, Make or Buy, Prototyp/Serie)
> automatisierte Fertigungsplanung, Baugruppen- und Stücklistenkalkulation

9. Berechnung von Fallbeispielen aus dem Teilnehmerkreis (E. Bendeich)


Hintergrundwissen

Bei Produkten und Service sollten möglichst Kosten, Leistungen, Termine, Qualität, Risiken und deren Abhängigkeiten einbezogen werden. Kosten fallen in allen Phasen an.
Ingenieure sind jedoch in der Ausbildung mit Leistungswerten und in der täglichen Arbeit mit Ressourcen und Terminen konfrontiert. Oft sind sie darauf fixiert, die Kundenerwartungen (Management von Produktwert) zu erfüllen. Sie bedenken nicht die Folgekosten (Management durch Prozesswerte). Die Lebenszykluskosten werden zugunsten geringerer Investitionskosten ignoriert.
Die Konstruktion hat den größten Einfluss auf die Herstellkosten. Die Kosten werden selten bereits während der Konstruktion analysiert und mit Nutzen optimiert. Der Fokus muss jedoch auf die frühen Phasen der Produktentwicklung gerichtet werden. Die Auswirkungen dortiger Entscheidungen auf Qualität, Sicherheit, Kosten u.a. zeigen sich erst, nachdem Zeit und Ressourcen verbraucht worden sind.

Die Einflussmöglichkeiten von Prozessplanung/Arbeitsvorbereitung und Produktion sind nach vorab getroffenen konstruktiven Entscheidungen erheblich eingeschränkt. Frühzeitige Kosteninformationen erlauben es jedoch, das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Anfang an zu optimieren. Ziele hierbei sind eine ausreichende Genauigkeit, zuverlässige Kosten-Zielvorgaben, eine mitlaufende Kalkulationen für die Konstruktion sowie eine verbesserte Nachkalkulation. Fundierte erfolgreiche Angebote können auf diese Weise mit vertretbarem Aufwand abgegeben werden. Die Einhaltung von Zielkosten wird unterstützt.
Um günstige Fertigungsverfahren anzuwenden und spätere Herstellkosten angemessen zu schätzen, ist ein guter Fertigungs-/Prozessplan notwendig. Er sollte die Fertigungsprozesse, deren Reihenfolge und die Verfahrenswerte beinhalten.
Effiziente Ergebnisse erreicht man mit einer zeitnahen Erstellung des Plans. Er enthält im Idealfall ein Konstruktionskonzept, Concurrent Engineering und Design for X (zum Beispiel DFMA). Der Ansatz sollte mehrere Methoden frühzeitig anwenden und im Anschluss weitere einzelne Parameter optimieren können.
Im Laufe der Jahre wurden verschiedene Methoden entwickelt, um Kosten in frühen Phasen zu schätzen. Methoden wie Life Cycle Costing (LCC) und Life Cycle Assessment (LCA) sind in der Lage, alle Kosten einschließlich der Umweltauswirkungen einzubeziehen und sie in der Frühphase zu beeinflussen. Nicht alle Methoden eignen sich jedoch für geringe Stückzahlen von komplexen, langlebigen Produkten, besonders bei Neuentwicklungen, bei denen häufig nur wenige Daten vorliegen.

Termine & Preise

Extras
Die Seminarteilnahme beinhaltet Verpflegung und ausführliche Seminarunterlagen.

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