Neues Bauvertragsrecht in der Baupraxis - Nachträge nach § 650b, c BGB

Aufstellen und Prüfen von Nachträgen nach neuem Bauvertragsrecht

Auf einen Blick

1 Tages-Seminar
neuer Termin in Planung in Ostfildern

Technische Akademie Esslingen
An der Akademie 5
73760 Ostfildern

Veranstaltung Nr. 35184.00.001


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Beschreibung

Mit Inkrafttreten des neuen Bauvertragsrechtes zum 01.01.2018 hat der Besteller nach § 650 b BGB das Recht, den vereinbarten Werkerfolg oder eine Änderung, die zur Erreichung des vereinbarten Werkerfolgs notwendig wird, zu fordern.
Nach dem Konsensualprinzip, das dem Werkvertragsrecht nach BGB zugrunde liegt, streben die Vertragsparteien in der Folge dieses Verlangens Einvernehmen über die Änderung und die infolge der Änderung zu leistende Mehr- oder Mindervergütung an.
Gelingt den Vertragspartnern dieses nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von 30 Tagen, kann der Besteller die Änderung anordnen. Der Unternehmer ist dann verpflichtet, der Anordnung des Bestellers nachzukommen, wenn ihm die Ausführung zumutbar ist. Die Höhe des Vergütungsanspruchs ist dann nach den tatsächlich erforderlichen Kosten mit angemessenen Zuschlägen für allgemeine Geschäftskosten, Wagnis und Gewinn zu ermitteln.

Ziel des Seminars

Das Seminar bietet fundierte Antworten auf die Fragen, wie Nachträge in Zukunft aufzustellen und zu prüfen sind, wie man mit der 30-Tage-Frist umgeht und wie mit der daran anschließenden Regelung der Bemessung nach den tatsächlich erforderliche Kosten mit angemessenen Zuschlägen umzugehen ist.
Die Änderungen des BGB werden aus baupraktischer und kalkulatorischer Sicht und anhand von Nachtragsbeispielen vom Praktiker für Praktiker vermittelt. Es wird geklärt, wie Auftraggeber und Auftragnehmer in Zukunft diese Aufgaben im Nachtragsmanagement bewältigen können.

Die Seminare sind gemäß der Fort- und Weiterbildungsordnung
der Ingenieurkammer-Bau Baden-Württemberg/NRW anerkannt.

Sie erhalten Qualität
Das Qualitätsmanagementsystem der Technischen Akademie Esslingen
ist nach DIN EN ISO 9001 und AZAV zertifiziert.

Teilnehmerkreis

Bauingenieure und Architekten, Bauleiter, Projektleiter, Projektsteuerer, Bauherrenvertreter, sowohl auf Auftraggeber- als auch auf Auftragnehmerseite

Seminarthemen im Überblick

Stand der letzten Durchführung:

Mittwoch, 7. März 2018
8.30 bis 11.45 und 13.15 bis 16.30 Uhr

1. Änderung des vereinbarten Werkerfolgs
> Unterschied „Änderung des vereinbarten Werkerfolgs“ und „Änderung, die zur Erreichung des vereinbarten Werkerfolgs erforderlich ist“
> Vergleich zum bisherigen Anordnungsrecht nach VOB/B
> Form und Inhalt des Begehrens
> Wer plant die Änderung in welchem Fall, und welchen Inhalt bzw. welche Tiefe muss diese Planung haben?
> Was bedeutet es, dass die Vertragsparteien Einvernehmen über die Änderung und die infolge der Änderung zu leistende Mehr- oder Mindervergütung anstreben sollen?
> Richtet sich diese Vergütung nach denselben Grundsätzen wie nach Ablauf der 30 Tage?
> Wie erfolgt dieses „Anstreben“ in der Praxis?
> Wie können die Vertragspartner dies in der Praxis innerhalb von 30 Tagen gewährleisten?
> Was ist hierfür im Nachtragsmanagement zu berücksichtigen?

2. Die 30-Tage-Frist
> Wann ist dem Unternehmer die Ausführung der Änderung zumutbar?
> Was passiert, wenn ihm diese nicht zumutbar ist?
> Wie weist der Unternehmer in der Praxis nach, dass sie ihm nicht zumutbar ist, wie der Auftraggeber, dass sie zumutbar ist?
> Was passiert, wenn sich die Vertragsparteien innerhalb von 30 Tagen nicht einigen?
> Was passiert, wenn eine Vertragspartei sich einer Einigung widersetzt oder entzieht?
> Wie kann man diese Eignung rein praktisch erzielen, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Planung und des notwendigen Nachtragsmanagements?

3. Vergütungsanspruch nach § 650 c
> Wie bemisst sich die Höhe des Vergütungsanspruchs für den infolge einer Anordnung des Bestellers nach § 650 b Absatz 2 BGB vermehrten oder verminderten Aufwand?
> Worin bestehen die Unterschiede zu der entsprechenden Regelung nach VOB/B?
> Was sind tatsächlich erforderliche Kosten und angemessene Zuschläge für allgemeine Geschäftskosten, Wagnis und Gewinn? Wie sind diese zu ermitteln oder nachzuweisen?
> Wie wird verfahren, wenn die Vertragspartner hierzu keine Einigung erzielen können?
> Der Unternehmer kann zur Berechnung der Vergütung für den Nachtrag auf die Ansätze in einer vereinbarungsgemäß hinterlegten Urkalkulation zurückgreifen
> Was ist eine vereinbarungsgemäß hinterlegte Urkalkulation? Welchen Inhalt bzw. welche Aussagekraft muss diese haben? Wann ist diese zu hinterlegen?
> Was passiert, wenn eine Vertragspartei der Vermutung, dass die auf Basis der Urkalkulation fortgeschriebene Vergütung der Vergütung nach Absatz 1 entspricht, nicht folgt?
> Wer hat in diesem Fall was nachzuweisen oder zu beweisen, und wie kann das in der Praxis umgesetzt werden?
> Bei der Berechnung von vereinbarten oder gemäß § 632 a BGB geschuldeten Abschlagszahlungen kann der Unternehmer gemäß § 650 c BGB 80 % einer in einem Angebot nach § 650 b Absatz 1 Satz 2 BGB genannten Mehrvergütung ansetzen, wenn sich die Parteien nicht über die Höhe geeinigt haben oder keine anderslautende gerichtliche Entscheidung ergeht. Welche Vor- und Nachteile liegen in der Praxis in dieser Regelung?

4. Bauzeitverlängerung/Behinderung/Kapazitäten und Ressourcen
> Wie ist mit dem Thema der Bauzeitverlängerung/Behinderung umzugehen?
> Was passiert innerhalb der 30 Tage, während derer die Vertragsparteien Einvernehmen erzielen sollen?
> Wie kann der Auftragnehmer ggf. eine hieraus resultierende Behinderung in der Praxis geltend machen?
> Umfasst das Begehren nach § 650 b BGB auch die Bauzeit?
> Wie ist mit der ggf. längeren Ausführungsdauer infolge einer Änderung im Rahmen der Mehr- oder Mindervergütung umzugehen?
> Wie können die Aufgaben, die sich aus dem neuen Bauvertragsrecht ergeben, in der Praxis innerhalb der gesetzten 30 Tage erfüllt werden?
> Welche Kapazitäten müssen die Vertragsparteien hierfür bereitstellen?

Termine & Preise

Extras
Die Seminarteilnahme beinhaltet Verpflegung und ausführliche Seminarunterlagen.

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