Stanztechnik und Feinschneiden

Verarbeitung hochfester Werkstoffe und Umformung 4.0 – Möglichkeiten und Chancen

Auf einen Blick

2 Tages-Seminar
31.03.2020 - 01.04.2020
9:00 Uhr
in Ostfildern bei Stuttgart

Technische Akademie Esslingen
An der Akademie 5
73760 Ostfildern

EUR 1.150,00(MwSt.-frei)

bis zu 70% Zuschuss möglich!

Veranstaltung Nr. 33009.00.015


Referenten:
Dr.-Ing. E. Bendeich
Industrieberatung, Stuttgart
A. Clever
Deutsche Edelstahlwerke Specialty, Steel GmbH & Co. KG, Krefeld
Dipl.-Ing. (FH) C. Maurer
Feintool Technologie AG, Lyss (Schweiz)
P. Niemietz
Werkzeugmaschinenlabor WZL der, RWTH Aachen
G. Roggatz
N2-Tech GmbH, Dauchingen
Dipl.-Ing. (FH) Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) R. Schmidt
Karl Roll GmbH & Co. KG, Mühlacker-Enzberg
M. Schori
René Gerber AG, LYSS (Schweiz)
S. Schröder
FIBRO GmbH, Haßmersheim
Prof. Dr. Dipl.-Chem. J. Schulz
FUCHS WISURA GmbH, Bremen
Dr.-Ing. J. Stahlmann
ConSenses GmbH, Roßdorf
S. Striepen
VESTER Elektronik GmbH, Straubenhardt
P. Vonmüllenen
Feintool Technologie AG, LYSS (Schweiz)
C. Wirth
voestalpine eifeler Coating GmbH, Ettlingen

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Beschreibung

Blechteile und Blechkonstruktionen bieten Vorteile gegenüber alternativen Fertigungsverfahren. Das Stanzen von Blechen ist eines der wichtigsten Metallverarbeitungsverfahren. Das Stanzen hat seit vielen Jahren seine Tauglichkeit als formgebendes Trennverfahren zur Herstellung von Serienteilen bewiesen. Mit den entsprechenden Pressen lassen sich heute dünne und dicke Bleche gleichermaßen mit großer Geschwindigkeit stanzen. Immer leistungsfähigere Maschinen und Automaten sind hoch produktiv. Beim sogenannten Schnittschlag reißt das Material an den Kanten ungewollt mehr Material mit und die untere Kante franst aus. Bei hohen Anforderungen müssen die Teile nachbearbeitet werden.

Diese Nachbearbeitung entfällt, wenn die Blechteile feingeschnitten werden. Mit dem in den 50er Jahren in der Schweiz entwickelten Feinschneiden kam ein langsameres Verfahren, das alle Schnittflächen mit einem Glattschnitt, der höchste Anforderungen erfüllt, versieht. Eine Nachbearbeitung entfällt. Umformprozesse können kombiniert werden.

Feinschneiden bietet im Vergleich zum Stanzen und auch gegenüber Drehen und Fräsen wesentliche Vorteile. Das Blech wird vor und während des Schneidvorgangs festgepresst. Es wird ein Spannungszustand induziert, der sich möglichst im Druckspannungsbereich befindet. Das Feinschneiden benötigt eine dreifach wirkende Presse, die sich durch eine besonders hohe Führungsgenauigkeit des Stößels und einen steifen Pressenrahmen auszeichnet. Das Werkstückmaterial verformt sich plastisch, bis der Stempel vollständig durch das Blech hindurchgefahren ist – es ergibt sich kein plötzlicher Abriss des Materials. Diese abrissfreien Schnittflächen können ohne weitere Nachbearbeitung als Funktionsflächen eingesetzt werden.

Die Kombination Feinschneiden/Umformen eröffnet Möglichkeiten für kreative und alternative Lösungen mit Produktivitäts-, Kosten- und Wettbewerbsvorteilen. Werkzeuge beeinflussen durch Teilequalität, Zykluszeiten, Wartungs- und Reparaturzyklen, Zuverlässigkeit und Werkzeugkosten die Effektivität der Fertigungssysteme. Wettbewerbsvorteile durch Automatisierung und Kostenführerschaft bei Stanzteilen, Werkzeugen und Maschinen sind unzureichend. Profitable Differenzierung im Produktentwicklungsprozess und Einsatz neuer Fertigungstechnologien versprechen mehr Erfolg. Die fertigungsgerechte Bauteilkonstruktion ist Basis wirtschaftlicher Fertigung und der Erreichung der Qualitätsvorgaben.

Ziel der Weiterbildung

Das Seminar gibt einen Überblick über die Möglichkeiten und die optimale Anwendung von Stanzen und Feinschneiden. Fortschrittliche Verfahren und Anwendungsbeispiele für Teilegestaltung, Werkstoffwahl und Prozessgestaltung werden vorgestellt.

Ausgehend von Kundenanfragen wird aufgezeigt, ob Normalstanzen oder Feinschneiden mehr Vorteile bezüglich Qualität und Kosten bietet. Schnitteinsätze und Stempel aus Hartmetall benötigen beim Stanzen (mit geringeren Materialstärken) eine absolut reproduzierbare Schnittkantenpräparation. Das erhöht die Standzeit zwischen 30 % bis 200 %. Beim Feinschneiden mit großen Materialdicken sind die PM-Stähle der Stempel und Schneidplatten stark beansprucht. Beste Standzeiten werden nur mit entsprechender Kantenpräparation und anschließend aufgebrachter Beschichtung erreicht. Mögliche Werkzeugkonzepte werden dargestellt.

Sie erhalten Qualität
Das Qualitätsmanagementsystem der Technischen Akademie Esslingen ist nach DIN EN ISO 9001 und AZAV zertifiziert.

Teilnehmerkreis

Fach- und Führungskräfte aus Entwicklung, Konstruktion, Werkzeugkonstruktion, Arbeitsvorbereitung, Werkzeugbau und Produktion

Inhalte

Dienstag, 31. März 2020
9.00 bis 12.00 und 13.00 bis 18.00 Uhr

1. Einführung und Überblick (E. Bendeich)

2. Feinschneiden – Technologiestand (C. Maurer)
> Einleitung, Grundlagen
> aktueller Technologiestand

3. Feinschneiden – Entwicklungen (C. Maurer)
> erfolgreiche Prozesslösungsbeispiele
> Zukunftstrends im Feinschneiden

4. Die neue Welt des Feinschneidens – FB one (P. Vonmüllenen)
> aktuelle und zukünftige Marktanforderungen an eine Feinschneidpresse
> Schlüsselvorteile der neuen Pressengeneration von Feintool

5. "Long-Life-Formel" für die Schneidelemente beim Stanzen und Feinschneiden (M. Schori)
> gesteigerte Anforderungen an die Produktion und die Werkzeugtechnik
> Standzeiterhöhung der Schneidelemente
> Planungssicherheit in der Produktion

6. Industrie 4.0 in der Blechumformung am Beispiel des Feinschneidens (P. Niemietz)
> Grundlagen von Assistenzsystemen in der Fertigungstechnik
> Aufbau und Vernetzung von Sensorik
> Grundlagen und Potenziale der Datenanalyse am Feinschneidprozess

7. Künstliche Intelligenz im Presswerk – Hype oder echte Chancen? (J. Stahlmann)
> Was kann Künstliche Intelligenz?
> Wieso scheinen Ergebnisberichte so durchwachsen?
> Was ist im Presswerk zu beachten, um technologische Daten mit Künstlicher Intelligenz zu bewerten?

Mittwoch, 1. April 2020
8.00 bis 12.00 und 13.00 bis 16.30 Uhr

8. Werkstoffe mit Fokus auf Kaltarbeitsstähle und deren Einsatzgebiete (A. Clever)
> Vorstellung der Deutschen Edelstahlwerke
> Werkstoffentwicklung und Innovationen
> Standzeitbeeinflussung

9. Gewindeformen im Stanz- und Umformprozess (S. Schröder)
> Produktivitätssteigerung durch integrierte Prozesse
> Anforderungen an das Gewindeformen im Stanz- und Umformprozess
> Prozesssicherheit während der gesamten Produktion
> Voraussetzungen zum Gewindeformen im Prozess

10. Normalien, standardisierte Präzision für den Werkzeug-, Formen- und Maschinenbau (S. Schröder)
> Belastungsverhalten von Werkzeugelementen
> Führungsarten
> Wartung und Verschleiß von Führungselementen
> Werkzeugdämpfung

11. PVD – Prozessbetrachtung Stanzen/Feinstanzen (C. Wirth)
> Voraussetzungen für PVD-Beschichtung
> Schichtauswahl
> PVD-Verfahren
> Applikation

12. Federkräfte im Stanzwerkzeug richtig einsetzen (G. Roggatz)
> Federarten
> Auswahlkriterien
> Vorschriften
> Standzeiten

13. Überwachung und Steuerung von Stanz- und Umformprozessen (S. Striepen)
> Prozessüberwachung in der Stanz- und Umformtechnik
> Sensoren für die Prozessüberwachung
>> dynamische Vorschubkontrolle
>> Positions- und Auswurfkontrolle
>> Doppelblech- und Stanzabfallkontrolle
> 100 % Prüfung von Serienteilen

14. Schmierstoff im tribologischen System Stanzen, Feinschneiden, Umformen (J. Schulz)
> Schmierstoff – Warum?
> tribologische Probleme: Wechselwirkungen mit Werkzeug und Werkstück
> Beobachtungen aus der Praxis

15. Verfahren zur Reinigung von Stanz- und Blechteilen sowie Feinschneidteilen (R. Schmidt)
> nasschemische Verfahren und ihre Einsatzgebiete
> Trockenreinigung – eine Alternative?
> Reinigungsanforderungen und ihre Umsetzung

Referenten

Leitung:
Dr.-Ing. E. Bendeich

Referenten:
Dr.-Ing. Eugen Bendeich
Industrieberatung, Stuttgart, Lehrbeauftragter an Hochschulen, VDI-Lehrbeauftragter,
André Clever
Technische Kundenberatung Werkzeugstahl, Deutsche Edelstahlwerke Specialty Steel GmbH & Co. KG,
Dipl.-Ing. (FH) Christian Maurer
Feintool Technologie AG, Lyss (Schweiz),
Philipp Niemietz
Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen, Lehrstuhl für Technologie der Fertigungsverfahren - Datengetriebe Modellierung in der Fertigungstechnik
Gerd Roggatz
N2-Tech GmbH, Dauchingen,
Dipl.-Ing. (FH) Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Roland Schmidt
Karl Roll GmbH & Co. KG, Mühlacker-Enzberg
Marc Schori
René Gerber AG, Lyss (Schweiz),
Stefan Schröder
FIBRO GmbH, Hassmersheim,
Prof. Dr. Dipl.-Chem. Joachim Schulz
FUCHS WISURA Mineralölwerk Goldgräbe & Scheft GmbH & Co., Bremen,
Dr.-Ing. Jörg Stahlmann
ConSenses GmbH, Darmstadt,
Soeren Striepen
VESTER Elektronik GmbH, Straubenhardt
Patrick Vonmüllenen
Feintool Technologie AG, LYSS (Schweiz)
Carsten Wirth
voestalpine eifeler Coating GmbH, Ettlingen

Termine & Preise

Extras
Die Seminarteilnahme beinhaltet Verpflegung und ausführliche Seminarunterlagen.

Kosten
Die Kosten betragen pro Teilnehmer EUR 1.150,00(MwSt.-frei), inklusive aller Extras.

Fördermöglichkeiten
Für dieses Seminar stehen Ihnen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung.
Weitere Informationen

Die nächsten Termine

Datum / Uhrzeit Seminartitel Ort Preis
31.03.2020, 9:00 Uhr Stanztechnik und Feinschneiden Ostfildern$$ortdetail$$ EUR 1.150,00
29.09.2020, 9:00 Uhr Stanztechnik und Feinschneiden Ostfildern$$ortdetail$$ EUR 1.150,00

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