Stanztechnik und Feinschneiden

Verarbeitung hochfester Werkstoffe und Umformung 4.0 – Möglichkeiten und Chancen

Auf einen Blick

2 Tages-Seminar
location_on Präsenz 28.09.2021 - 29.09.2021
9:00 Uhr
in Ostfildern bei Stuttgart

Technische Akademie Esslingen
An der Akademie 5
73760 Ostfildern

EUR 1.150,00(MwSt.-frei)
weniger bezahlen – so geht´s
Veranstaltung Nr. 33009.00.018


Referenten:
Dr.-Ing. E. Bendeich
Industrieberatung, Stuttgart
P. Niemietz
Werkzeugmaschinenlabor WZL der, RWTH Aachen
G. Roggatz
N2-Tech GmbH, Dauchingen
Dipl.-Ing. (FH) Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) R. Schmidt
Karl Roll GmbH & Co. KG, Mühlacker-Enzberg
M. Schori
René Gerber AG, LYSS (Schweiz)
S. Schröder
FIBRO GmbH, Haßmersheim
Prof. Dr. Dipl.-Chem. J. Schulz
Hamburg
M. Soldati
Feintool Technologie AG, LYSS (Schweiz)
Dr.-Ing. J. Stahlmann
ConSenses GmbH, Roßdorf
S. Striepen
VESTER Elektronik GmbH, Straubenhardt
Dr.-Ing. A. Tomitz
thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen
P. Vonmüllenen
Feintool Technologie AG, LYSS (Schweiz)
C. Wirth
voestalpine eifeler Coating GmbH, Ettlingen

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Beschreibung

Blechteile und Blechkonstruktionen bieten Vorteile gegenüber alternativen Fertigungsverfahren. Das Stanzen von Blechen ist eines der wichtigsten Metallverarbeitungsverfahren. Das Stanzen hat seit vielen Jahren seine Tauglichkeit als formgebendes Trennverfahren zur Herstellung von Serienteilen bewiesen. Mit den entsprechenden Pressen lassen sich heute dünne und dicke Bleche gleichermaßen mit großer Geschwindigkeit stanzen. Immer leistungsfähigere Maschinen und Automaten sind hoch produktiv. Beim sogenannten Schnittschlag reißt das Material an den Kanten ungewollt mehr Material mit, und die untere Kante franst aus. Bei hohen Anforderungen müssen die Teile nachbearbeitet werden.

Diese Nachbearbeitung entfällt, wenn die Blechteile feingeschnitten werden. Mit dem in den 50er Jahren in der Schweiz entwickelten Feinschneiden kam ein langsameres Verfahren, das alle Schnittflächen mit einem Glattschnitt versieht, der höchste Anforderungen erfüllt. Eine Nachbearbeitung entfällt. Umformprozesse können kombiniert werden.

Feinschneiden bietet im Vergleich zum Stanzen und auch gegenüber Drehen und Fräsen wesentliche Vorteile. Das Blech wird vor und während des Schneidvorgangs festgepresst. Es wird ein Spannungszustand induziert, der sich möglichst im Druckspannungsbereich befindet. Das Feinschneiden benötigt eine dreifach wirkende Presse, die sich durch eine besonders hohe Führungsgenauigkeit des Stößels und einen steifen Pressenrahmen auszeichnet. Das Werkstückmaterial verformt sich plastisch, bis der Stempel vollständig durch das Blech hindurchgefahren ist – es ergibt sich kein plötzlicher Abriss des Materials. Diese abrissfreien Schnittflächen können ohne weitere Nachbearbeitung als Funktionsflächen eingesetzt werden.

Die Kombination Feinschneiden/Umformen eröffnet Möglichkeiten für kreative und alternative Lösungen mit Produktivitäts-, Kosten- und Wettbewerbsvorteilen. Werkzeuge beeinflussen durch Teilequalität, Zykluszeiten, Wartungs-/Reparaturzyklen, Zuverlässigkeit und Werkzeugkosten die Effektivität der Fertigungssysteme. Wettbewerbsvorteile durch Automatisierung und Kostenführerschaft bei Stanzteilen, Werkzeugen und Maschinen sind unzureichend. Profitable Differenzierung im Produktentwicklungsprozess und Einsatz neuer Fertigungstechnologien versprechen mehr Erfolg. Die fertigungsgerechte Bauteilkonstruktion ist Basis wirtschaftlicher Fertigung und der Erreichung der Qualitätsvorgaben.

Ausgehend von Kundenanforderungen zeigt das Seminar auf, ob Normalstanzen oder Feinschneiden Vorteile bezüglich Qualität und Kosten bietet. Weitere Vorträge behandeln Schmierung und Teilereinigung. Organisatorische Fragen und Arbeitsvorbereitung ergänzen die Inhalte.

Ziel der Weiterbildung

Das Seminar gibt einen Überblick über die Möglichkeiten und die optimale Anwendung von Stanzen und Feinschneiden. Fortschrittliche Verfahren und Anwendungsbeispiele für Teilegestaltung, Werkstoffwahl und Prozessgestaltung werden vorgestellt.

Sie erhalten Qualität
Das Qualitätsmanagementsystem der Technischen Akademie Esslingen ist nach DIN EN ISO 9001 und AZAV zertifiziert.

Teilnehmerkreis

Fach- und Führungskräfte aus Entwicklung, Konstruktion, Werkzeugkonstruktion, Arbeitsvorbereitung, Werkzeugbau und Produktion

Inhalte

Dienstag, 28. September 2021
9:00 bis 12:00 und 13:00 bis 18:00 Uhr

1. Einführung und Überblick (E. Bendeich)

2. Feinschneiden – Technologiestand (S. Hofstetter)
> Einleitung, Grundlagen
> aktueller Technologiestand

3. Feinschneiden – Entwicklungen (S. Hofstetter)
> erfolgreiche Prozesslösungsbeispiele
> Zukunftstrends im Feinschneiden

4. Die neue Welt des Feinschneidens – FB one (P. Vonmüllenen)
> aktuelle und zukünftige Marktanforderungen an eine Feinschneidpresse
> Schlüsselvorteile der neuen Pressengeneration von Feintool

5. In-Line-Prüfung synchron zum Stanztakt (C. Plaga)

6. Werkstoffe für das Stanzen und Feinschneiden (A. Peters)
> Anforderungen an Werkstoffe für das Umformen und Trennen
> Stahlsorten und ihre Eignung für das Stanzen und Feinschneiden
> Warmband oder Kaltband?
> neue Werkstoffkonzepte

7. Einführung in die Richttechnik (M. Blust)
> Was lässt sich richten?
> Materialfehler: Ursachen, Entstehung, Auswirkungen
> Biegevorgänge
> Materialbeeinträchtigungen durch das Richten
> Vorstellung verschiedener Richtmaschinenkonzepte
> Konzeption von Richtanlagen
> moderne Richtmaschinen für anspruchsvolle Kundenanforderungen

8. Herausforderungen beim Stanzen von Motorenpaketen für die Elektromobilität (M. Roever)
> Grundlagen Stanzen von Motorenblechen
> Anforderungen beim Stanzen von Motoren für die Elektromobilität
> Lösungsansätze für Vorschübe, Schnellläuferpressen und Werkzeuge
> Praxisbeispiele

9. Werkzeugstähle für das Stanzen und Feinschneiden? (N. Wulbieter)
> Ausfallursachen von Aktivwerkzeugen
> beanspruchungsgerechte Stahlauswahl
> Wärmebehandlung und Beschichtung
> Fallstudien

10. Tieftemperaturbehandlung – Anwendungsbereiche im Werkzeugbau (W. Lausecker)
> Vorstellung CoolTech
> Beschreibung des Verfahrens
> Ziele des Verfahrens – was ist mit der Tieftemperaturbehandlung alles möglich?
> praktische Anwendungsbeispiele

Mittwoch, 29. September 2021
8:00 bis 12:00 und 13:00 bis 16:30 Uhr

11. Hartmetallbearbeitung 2.0 – Hartfräsen und Ultrakurzpuls-Laserbearbeitung (M. Voigt, A. Renz)
> Hartfräsen vs. Erodieren
> Materialeigenspannungen hervorgerufen durch das Bearbeitungsverfahren, Konsequenzen in der Anwendung
> optimales Finishing von Aktivelementen
> Ultrakurzpuls-Laserbearbeitung von Hartmetall

12. Führen, Zentrieren, Schnellwechseln – Kostenfaktor oder Beitrag zur Effizienzsteigerung?
(H. P. Wöhrle)
> Kostenbetrachtung: Prozess vs. Investition
> Einfluss von Führungssystemen auf das Werkzeug
> Zentriersystem für Platten – Feinzentrierung Plus
> Gleitbuchsen im Stanzwerkzeugbau

13. Hochleistungsbeschichtungen für Stanz- und Feinschneidwerkzeuge (J. Wehrs)
> Stand der Technik bei nanostrukturierten PVD-Beschichtungen für das Stanzen und Feinschneiden
> Umgang mit Herausforderungen durch neue Werkstoffe und Prozesse
> Vor- und Nachbehandlungsverfahren für PVD-Beschichtungen
> Anwendungsbeispiele

14. Intelligente Prozessüberwachung im Stanz- und Umformprozess (U. Ziegler)
> Sensorpositionen in Werkzeug und Maschine
> präzise Erkennung von Stanzabfall, Abdrücken und Rissen am Produkt
> Verschleißüberwachung von Werkzeugkomponenten
> Prozessoptimierung anhand der Prozessdaten
> MDE/BDE Anbindung über OPCUA

15. Schmierstoff – ein (wichtiger) Teil der Prozesskette: Produktionsoptimierung durch tribologische Ansätze (M. Schmeier)
> exaktes Auftragen, um tribologische Vorteile zu generieren
> Vorteile ausspielen mit dem richtigen Schmierstoff
> Wann nutze ich welches Verfahren zur Applikation?
> der Schmierstoff in der modernen Prozesskette
> Möglichkeiten der Schichtdickenbeurteilung von Schmierstoffen

16. Wie konzipiere ich das passende Waschkonzept für meine Bauteile? (R. Schmidt)
> Welche Faktoren bestimmen mein Waschkonzept?
> Möglichkeiten der Umsetzung – Vor- und Nachteile der Verfahren
> Wirtschaftlichkeit, Maschinenstundensatzrechnung
> Optimierung, Kostenreduzierung, Industrie 4.0 in der Reinigungstechnik

Referenten

Leitung:
Dr.-Ing. E. Bendeich

Referenten:
Dr.-Ing. Eugen Bendeich
Industrieberatung, Stuttgart, Lehrbeauftragter an Hochschulen, VDI-Lehrbeauftragter,
Philipp Niemietz
Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen, Lehrstuhl für Technologie der Fertigungsverfahren – Datengetriebe Modellierung in der Fertigungstechnik
Gerd Roggatz
N2-Tech GmbH, Dauchingen,
Dipl.-Ing. (FH) Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Roland Schmidt
Karl Roll GmbH & Co. KG, Mühlacker-Enzberg
Marc Schori
René Gerber AG, Lyss (Schweiz),
Stefan Schröder
FIBRO GmbH, Hassmersheim,
Prof. Dr. Dipl.-Chem. Joachim Schulz
Hamburg
Marco Soldati
Feintool Technologie AG, LYSS (Schweiz)
Dr.-Ing. Jörg Stahlmann
ConSenses GmbH, Darmstadt,
Soeren Striepen
VESTER Elektronik GmbH, Straubenhardt
Dr.-Ing. Andreas Tomitz
Head of Research & Development, thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen,
Patrick Vonmüllenen
Feintool Technologie AG, Lyss (Schweiz),
Carsten Wirth
voestalpine eifeler Coating GmbH, Ettlingen

Termine & Preise

Extras
Die Seminarteilnahme beinhaltet Verpflegung und ausführliche Seminarunterlagen.

Kosten
Die Kosten betragen pro Teilnehmer EUR 1.150,00(MwSt.-frei), inklusive aller Extras.

Fördermöglichkeiten
weniger bezahlen – so geht´s

Die nächsten Termine

Datum / Uhrzeit Seminartitel Ort Preis
28.09.2021, 9:00 Uhr Stanztechnik und Feinschneiden Ostfildern$$ortdetail$$ EUR 1.150,00

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