Toleranzdesign im Maschinen- und Fahrzeugbau

Beschreibung

Die Bemaßung und Tolerierung von technischen Zeichnungen ist Voraussetzung in der Produktkonstruktion. Toleranzen haben auf die Funktionsbildung, Fertigung und Montage einen erheblichen Einfluss. Die Auswirkungen auf Qualität und Herstellkosten werden noch verstärkt, wenn es sich um hochgenaue Teile handelt.

Das gestiegene Qualitätsbewusstsein rückt die Ausführungsqualität in den Vordergrund, da sich über die Toleranzen Spiel, Verschleiß, Geräusche, Lebensdauer und somit die Kundenentsprechung definiert. Zu große Maß- und Geometrieabweichungen drücken eine Minderqualität bei Produkten aus.

Für eine funktionsgerechte und wirtschaftliche Bauteil- und Systemauslegung sind Kenntnisse über Form- und Lagetoleranzen, Tolerierungsgrundsätze, Maßkettenrechnung, Oberflächenabweichungen und Referenzpunktbildung Voraussetzung. Studien belegen, dass 50 % aller Anlauf- und Montageschwierigkeiten letztlich auf eine fehlerhafte Toleranzabstimmung zurückzuführen sind. Über eine richtige Tolerierung lassen sich 5 bis 7 % der Herstellkosten reduzieren. Führende Unternehmen messen daher dem Toleranzdesign eine große Bedeutung bei der Senkung von Qualitätskosten zu.

Ziel des Seminars

Das Seminar schließt Lücken bei der Nutzung der umfangreichen ISO-GPS-Normung. Es vermittelt Sicherheit bei der Anwendung der Symbolik für die dimensionelle und geometrische Tolerierung.

Methodik
Vortrag, Beispiele, Diskussion von Fallstudien, Gruppenarbeit zur Tolerierung

Sie erhalten Qualität
Das Qualitätsmanagementsystem der Technischen Akademie Esslingen
ist nach DIN EN ISO 9001 und AZAV zertifiziert.

Teilnehmerkreis

Konstrukteure, Fertigungsplaner, QM-Mitarbeiter aus dem Maschinen-, Fahrzeug- und Gerätebau sowie verwandter Gebiete

Seminarthemen im Überblick

Stand der letzten Durchführung:

Donnerstag, 7. und Freitag, 8. Dezember 2017
9.00 bis 12.15 und 13.45 bis 17.00 Uhr

1. Entstehung von Maß-, Form- und Lageabweichungen
> Einflüsse von Mensch, Maschine, Material und Umwelt

2. Geometrische Produktspezifizierung
> Vollständigkeit einer technischen Zeichnung
> ideale und reale Geometrie
> Bedeutung von Maßen und Toleranzen
> normgerechte Fertigungsunterlagen

3. Charakterisierung von Form- und Lagetoleranzen nach ISO-Normung
> Toleranzzonen
> Interpretation der Symbole
> Messung der Toleranzen
> Messkriterien

4. Bezüge bei Lagetoleranzen
> Bildung von Bezügen und Bezugsstellen
> Symbolik
> Ausrichtung zur Messung

5. Positionstolerierung
> Nutzung von Positionstoleranzen
> typische Anwendungsfälle
> Symbolik

6. Tolerierungsgrundsätze
> Unabhängigkeitsprinzip (ISO 8015)
> Hüllprinzip (ISO 14405)
> Aufhebung der Hülle
> Passungen und Paarbarkeit

7. Mehr Gutteile durch Kompensationsbeziehungen
> Minimum-/Maximum-Materialzustände
> Maximum-/Minimum-Material-Bedingung
> Reziprozitätsbedingung

8. Bedeutung und Wirkung von Allgemeintoleranzen
> Anwendung auf Maße
> Winkel und F+L-Toleranzen
> rechtliche Verbindlichkeit
> Zeichnungseintrag
> Gültigkeit

9. Messung und Lehrung von Geometrieabweichungen
> Prüfgrundsätze
> starre oder einstellbare Lehren
> Koordinaten-Messtechnik

10. Maßkettenoptimierung für Funktion und Montage
> Qualitätsanforderungen
> arithmetisches und statistisches Prinzip
> Möglichkeiten zur Toleranzerweiterung

11. Referenz-Punkte in der Ur- und Umformtechnik
> Bezüge bzw. Bezugspunkte
> 3-2-1 Methodik
> Symbolik

12. Toleranzen und Oberflächen
> Messung der Oberflächengüte
> Verschlüsselung in Symbole
> Linien- und Flächenbeschreibung

Termine & Preise

Extras
Die Seminarteilnahme beinhaltet Verpflegung und ausführliche Seminarunterlagen.

Die nächsten Termine

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