Elektromagnetismus

Pressemitteilung zum Symposium Elektromagnetismus vom 08. – 09. März 2018

Der elektromagnetische Antrieb ist auch fast 200 Jahre nach seiner Erfindung stetigen Innovationen unterworfen. Für die allermeisten Anwendungen werden Rotationsmaschinen verwendet. Aber auch
Linearantriebe, Hubmagnete und andere elektromagnetische Applikationen sind Gegenstand aktueller Produktentwicklungen. Besonders durch die Elektromobilität erfährt das breite Feld des Elektromagnetismus neue Impulse mit innovativen Werkstoffen, die bisher ungeahnte Leistungsdichten bzw. Miniaturisierung zulassen und in Verbindung mit modernen Sensoren und Regelungstechnik neue Einsatzgebiete erschließen.
Den Elektromagnetismus nur in Verbindung mit der Elektromobilität zu sehen, wäre aber zu kurz gegriffen.
In den nächsten fünf Jahren wird sich der Markt für das Industrial Internet of Things mehr als verdoppeln, so das Ergebnis einer im Nov. 2017 veröffentlichten Studie „Der deutsche Industrial-IoT-Markt 2017-2022“ vom Eco-Verband der Internetwirtschaft und der Unternehmensberatung Arthur D. Little.
Diese erfreuliche Perspektive verleiht einer im IoT – und der damit verbundenen Automatisierungstechnik versteckten – Technologie einen gehörigen Vorschub: dem Elektromagnetismus.
Er findet Anwendung in der Funkübertragung durch elektromagnetische Wellen, z.B. WLAN oder RFID, in der kabellosen Energieüberübertragung nach dem Transformatorprinzip, in hochintegrierten bertragern für Schaltregler oder in der Ventiltechnik. Auch in der Messtechnik bekommt der Elektromagnetismus einen immer größeren Stellenwert. In diesem Zusammenhang wird zwischen der  klassischen Magnetfeldmessung und der Messung von Magnetwerkstoffen unterschieden. Beispiele hierfür sind intelligente und hochintegrierte Wirbelstromsensoren zur Abstands-, Drehzahl- und Drehrichtungsmessung.
Auch in elektrischen Antrieben selbst gibt es neue Ansätze, die elektromagnetischen Felder zu nutzen. Durch ihre Auswertung können Zustandsregler Antriebsparameter in Echtzeit anpassen, oder es können frühzeitig Hinweise auf den  Verschleiß und damit verbundene Leistungseinbußen eines Antriebs erkannt werden. Damit können durch vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen Betriebskosten gesenkt werden.

Die  Technische Akademie Esslingen (TAE) und die Hochschule Heilbronn Campus Künzeslau, Reinhold-Würth-Hochschule, haben  bereits vor Jahren das Thema Elektromagnetismus aufgenommen und durch die jährlich stattfindende Tagung eine gute Basis für den fachlichen Austausch von Fachleuten gelegt. Sie ist das einzige derartige Fachsymposium in Deutschland.
Der Campus Künzelsau hat mit seiner Ingenieursausbildung auf die sich verändernden Bedingungen in der Industrie reagiert. Seit Herbst 2017 wurde dort der Studiengang Elektrotechnik in seinem Profil gestärkt und der Bachelorstudiengang Automatisierungstechnik und Elektro-Maschinenbau neu geschaffen. Dieser vereint die klassischen Disziplinen aus den Bereichen Elektrotechnik und Maschinenbau. Der Schwerpunkt wird auf die Entwicklung elektromagnetomechanische Wandler gelegt. Dies wird ergänzt durch den Masterstudiengang Elektrotechnik mit den Vorlesungen über Theorie elektromagnetischer Felder und Elektromagnetomechanische Wandler sowie die langjährige Kolloquiumsreihe „Magnetics 4 Freaks“ und das Symposium Elektromagnetismus.
Mit großem Erfolg betreibt Prof. Dr. Jürgen Ulm am Campus Künzelsau mit seinen Mitarbeitern und Studierenden das Institut für schnelle mechatronische Systeme (ISM). Zahlreiche Patente und Entwicklungen rund um Magnetfeldsensoren, Magnetwerkstoffprüftechnik, elektromagnetomechanische Energiewandler und sensorlose Zustandserfassungen in enger Zusammenarbeit mit der Industrie gingen bisher daraus hervor. Durch die Kooperation mit der Technischen Universität Ilmenau (TUI) sind am ISM Doktoranden beschäftigt, die innovative Projekte mit der Industrie voranbringen.
Am 8. und 9. März findet das Symposium Elektromagnetismus wieder am Campus Künzelsau statt. Für eineinhalb Tage diskutieren Experten über Neuentwicklungen, Berechnungsmethoden, Werkstoffe und Anwendungsmöglichkeiten. Die begleitende Ausstellung bereichert dieses einzigartige Symposium. ww.tae.de/go/emag

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