Online-Fachartikel zum TAE-Seminar „Der Konstruktions- und Entwicklungsleiter“

Wie kann ich die Konstruktion und Entwicklung wirksam führen? von Dipl.-Ing. Thomas Knoche

Die Produktentwicklungs- und Konstruktionsabteilungen sind für den Erfolg eines kreativen Unternehmens maßgeblich. Ein Standort wie Deutschland, mit seiner hervorragenden Ausbildungsstruktur, muss sich neben der Erschließung neuer Felder auch auf die Weiterentwicklung der vorhandenen Stärken konzentrieren. Gemeint ist unsere Fähigkeit, Produkte zu erfinden und zu vermarkten. Unternehmen mit innovative Produkteideen sind und bleiben eine Säule unseres Wirtschaftssystems.

Die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren, wie technischer Innovation, Lieferzeit und angemessene Herstellkosten, werden fast ausschließlich von den Konstruktionsabteilungen bestimmt. Zum Beispiel entscheiden sie über den Stand der Technik und damit über den möglichen Kundennutzen der Produkte. Ist die Konstruktion leistungsfähig, wird der Wettbewerb mit Innovationen aus dem Rennen geschlagen. Ist sie das nicht, kauft der Kunde anderswo. Das gleiche gilt für die Lieferzeit oder für den Zeitpunkt der Markteinführung. Grundsätzlich sind zwar vor allem die Beschaffungszeiten maßgebend für die eigene Lieferzeit bzw. Markteinführung, aber der Zeitpunkt der Produktdefinition und damit der Bestellzeitpunkt wird von unseren Abteilungen bestimmt. Wann ein Produkt verkauft werden kann, hängt also auch sehr stark von der Konstruktion und Entwicklung ab. Die Einflussnahme auf die Herstellkosten ist schon seit Jahrzehnten wissenschaftlich bewiesen. Hier geht man von einem 75%igen Anteil an der Kostenfestlegung durch die Konstruktion aus.

Will man also die Erfolgsfaktoren für das Produkt und den Verkauf positiv beeinflussen, kann man auch bei der Leistungsfähigkeit der Entwicklung und Konstruktion ansetzen. Hier gibt es nur vier Ansatzpunkte: Mitarbeiter, Prozesse, Organisation und Tools. Mit Tools sind natürlich alle IT Werkzeuge, die in den Abteilungen genutzt werden, gemeint. Sicherlich sind in diesem Bereich laufend Verbesserungen heraus zu holen. Die meisten der betroffenen Unternehmen sind aber hier auf einem recht guten Stand. Und nicht jedes IT Update bringt Leistungssteigerungen mit sich. Die Prozesse beschreiben die Art und Weise, wie Informationen zu den Konstrukteuren hin, bei ihnen verarbeitet und von ihnen zu anderen transferiert werden. Die gängigste Organisationsform in der Konstruktion und Entwicklung ist das Projektmanagement. Es eignet sich hier durchaus, weil in der Regel komplexe Aufgaben möglichst interdisziplinär bearbeitet werden. Aber auch andere organisatorische Begebenheiten sind für den Erfolg ausschlaggebend. Es ist nicht unwichtig, welche Abteilungen und Abwicklungsprozesse vor und nach der Konstruktion installiert sind. So macht es für ein Unternehmen einen Unterschied, ob der Vertrieb technisch oder kaufmännisch orientiert ist. Der Ansatzpunkt bei den Mitarbeitern ist aber vielleicht der wichtigste. Es gibt keine Organisationsform, die nicht vom Faktor Mensch mit beeinflusst wird. Der Mitarbeiter ist der, der die organisatorischen und technischen Arbeitsmittel zum Leben erweckt oder verkümmern lässt. Will oder kann der Mitarbeiter nicht zielorientiert arbeiten, ist jede Verbesserung von Organisation oder IT vergebliche Liebesmühe.

Das positive Ergebnis von Unternehmen hängt sicherlich nicht ausschließlich von der Konstruktion/Entwicklung ab. Dennoch ist klar, dass das Produkt und seine Varianten den Verkaufserfolg prägen. Und für die Produkte sind nun mal die Entwicklungs- und die Konstruktionsabteilungen zuständig.

Der Leiter einer Entwicklung/Konstruktion ist derjenige, der dafür zu sorgen hat, die nötigen Fähigkeiten vorzuhalten und ständig zu optimieren. Er ist verantwortlich für den Erfolg seiner Mitarbeiter. Kann er diesem Anspruch nicht gerecht werden, sind die Arbeitsergebnisse qualitativ schlechter, zu spät oder zu teuer. Oft sind die Führungskräfte solcher technischen Abteilungen aus ihnen selbst erwachsen und verfügen deshalb über hervorragende Fachkompetenzen. Manchmal werden auch Methoden wie Projektmanagement sehr gut beherrscht. Was aber auch die Wirksamkeit des Konstruktionsleiters ausmacht, sind seine Führungs- und Sozialkompetenzen.

Welchen Stellenwert die genannten Themen bei Ihnen haben und wie Sie sie positiv einsetzen können, ist Inhalt dieser Schulung. Sie erfahren, wo Prioritäten gesetzt werden müssen und wie Sie die erkannten Verbesserung umsetzen können.

Dipl.-Ing. Thomas Knoche, Knoche und Partner GmbH, Bielefeld

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