Interview mit Desiree Koß

Ehemalige Schülerin der MTAE

  • ehemalige Schülerin der MTAE
  • Weiterbildung zur Medizintechnikerin
  • Abschluss 2021
  • Seit 2021 Medizintechnikerin im Klinikum Ludwigsburg

Interview vom 13. Februar 2026.

Was sind Deine Aufgaben als Medizintechnikerin? 
Ich sorge für die Instandhaltung der medizinischen Geräte, kümmere mich um neue Anschaffungen und berate Ärzt*innen sowie Pflegekräfte bei allen technischen Fragen.

Was macht Dir an Deinem Beruf am meisten Freude?
Am meisten Freude bereitet es mir, Menschen zu unterstützen und mit moderner Medizintechnik zu arbeiten, die Diagnostik einfacher und besser macht. Ich liebe es, dass jeder Tag anders ist – voller neuer Herausforderungen und kleiner Aha‑Momente.

Was hat Dich zum Quereinstieg bewogen?
Nach meiner Ausbildung zur medizinisch‑technischen Laborassistentin war ich als Chemielaborantin in der Industrie tätig – eine spannende Zeit, aber mir fehlte der direkte medizinische Bezug. Auf der Suche nach einer Weiterbildung bin ich auf die MTAE gestoßen. Dort konnte ich den Fachhochschulabschluss mit der Medizintechniker‑Ausbildung verbinden. Das war für mich der entscheidende Moment für den Quereinstieg.

Wie waren Deine Erfahrungen bei der MTAE?
Meine Zeit an der MTAE war für mich eine sehr wertvolle Erfahrung. Ich habe mich dort noch einmal ganz neu kennengelernt und hatte mit völlig unterschiedlichen Menschen zu tun – das war wirklich erfrischend und toll. Als Mutter von zwei Kindern gehörte ich zu den Älteren, während viele andere noch in ihrer jugendlichen Phase waren. Diese Mischung fand ich bereichernd: ihre Leichtigkeit, ihre Sichtweisen, ihre Art zu lernen – all das hat mich inspiriert.

Welche Herausforderungen hast Du als Frau in einem technischen Umfeld erlebt?
In meinem Umfeld werden Frauen in der Technik zum Glück nicht anders behandelt – und das schätze ich sehr. Doch ich weiß, dass es vielerorts noch immer vorkommt, dass Frauen belächelt werden, schlechtere Aufstiegschancen haben oder geringer eingestuft werden als Männer. In der heutigen Zeit darf das einfach nicht mehr sein.

Was hättest Du gern früher gewusst über Job oder das Umfeld?
Ich hätte gern früher gewusst, wie viel Geduld dieser Job erfordert – für Entscheidungen, für Reparaturen, für Menschen. Manches braucht einfach Zeit. Und das ist völlig okay.

Dein Rat an junge Frauen und Quereinsteigerinnen, die über einen Einstieg nachdenken?
Wenn Dich Medizintechnik wirklich interessiert, geh einen Tag ins Krankenhaus und hospitiere. Lass Dir alles zeigen, sei offen für Neues und trau Dich, Dinge auszuprobieren. Die zwei Jahre Ausbildung erfordern Ausdauer – aber am Ende wird jede Mühe belohnt

Welche Trends siehst Du in der Medizintechnik?
In der Medizintechnik verändert sich unglaublich viel. Viele Geräte bekommen KI‑Unterstützung, die Auffälligkeiten erkennt, lange bevor das menschliche Auge sie sehen kann. Das hilft Ärzt*innen enorm – ob bei Tumoren, Gewebeveränderungen oder der Planung von Eingriffen. Auch im Ultraschall wird die Bildqualität immer besser, sodass Diagnosen teils ohne CT oder MRT möglich werden. Besonders spannend finde ich, dass immer mehr Methoden ganz ohne Strahlung auskommen. Damit wird Diagnostik nicht nur smarter, sondern auch sicherer. Und das entwickelt sich rasant weiter.

Weltfrauentag‑Statement: Dein Wunsch für die Sichtbarkeit von Frauen in der Technik?
Ich wünsche mir, dass mehr Frauen in der Technik Führungsrollen übernehmen – und dass Kompetenz endlich unabhängig vom Geschlecht gesehen wird. Frauen in der Technik sollten keine Ausnahme mehr sein, sondern etwas Selbstverständliches.

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