Gravitative Massenbewegungen

Grundlagen, Rechenansätze, Maßnahmen und Überwachung

Auf einen Blick

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Veranstaltung Nr. 35639.00.001


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Beschreibung

Gravitative Naturgefahren wie Rutschungen, Murgang, Steinschlag, Fels- und Bergstürze stehen nach Hochwasser und Sturm an dritter Stelle bei den durch die Natur verursachten Schäden.
Durch die klimawandelbedingte Erhöhung der Starkregenfälle sind von diesen Naturgefahren mittlerweile nicht mehr nur Hochgebirgsregionen, sondern auch Gegenden mit geringeren topographischen Höhenunterschieden bedroht. Hinzu kommt, dass der Mensch generell verstärkt Gebiete nutzt, in denen ein erhöhtes Risiko für solche Ereignisse besteht.

Technische und organisatorische Maßnahmen helfen, das Risiko von schwerkraftbedingten Massenbewegungen zu minimieren. Die Auswahl einer Maßnahme ist dabei jedoch immer von einer Vielzahl an Faktoren wie Topographie, Geologie, Hydrogeologie, Bewuchs bzw. Nutzung, Natur- und Artenschutz abhängig. Neben verschiedenen Stabilisierungsmaßnahmen, die direkt im betroffenen Gebiet ausgeführt werden können, lassen sich auch sogenannte passive Maßnahmen ausführen, bei denen durch Schutzbauwerke bestimmte Einrichtungen oder Bauwerke geschützt werden. Darüber hinaus nimmt auch die Überwachung von Risikogebieten heute immer mehr an Bedeutung zu.

Ziel der Weiterbildung

Die Teilnehmer werden in die Lage versetzt, geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Rutschungen, Murgang, Steinschlag, Fels- und Bergstürze auszuwählen, zu bewerten und zu überwachen.

Die Planung einer Maßnahme, sei es nun eine Stabilisierungsmaßnahme, ein Schutzbauwerk oder eine messtechnische Überwachung, setzt grundlegende Kenntnisse sowohl über das unterschiedliche mechanische Verhalten von Lockergestein und Fels, auch in Verbindung mit Wasser, als auch über die Mechanismen bei gravitativen Naturgefahren voraus.
Im Seminar wird daher zunächst auf diese Grundlagen eingegangen.

Aufbauend auf diesem Kenntnisstand vermittelt das Seminar
> Einsatzmöglichkeiten und Einsatzgrenzen von verschiedenen Stabilisierungsmaßnahmen
> die Auswahl von Schutzbauwerken unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen und der einwirkenden Kräfte
> aktuelle Kenntnisse zum Thema dynamische Einwirkung bei Steinschlagschutzdämmen
> konventionelle und numerische Berechnungsmodelle und deren Anwendbarkeit auf die geotechnischen Materialien Lockergestein bzw. Fels
> verschiedene einzusetzende Messmittel für die messtechnische Überwachung, inklusive der Bewertung der erfassten Werte und der Festlegung von Alarmwerten

Sie erhalten Qualität
Das Qualitätsmanagementsystem der Technischen Akademie Esslingen ist nach DIN EN ISO 9001 und AZAV zertifiziert.

Teilnehmerkreis

Berufserfahrene und Berufseinsteiger aus den Bereichen Ingenieurwesen, Geologie und Umweltwissenschaften in Entwurfs- und Planungsbüros, Bauunternehmungen, Behörden und Institutionen im Bereich des Infrastrukturbaus sowie Mitarbeiter der Versicherungswirtschaft

Inhalte

Stand der letzten Durchführung:

Dienstag, 11. Mai 2021
9:00 bis 12:00 und 13:00 bis 17:00 Uhr

Grundlagen (B. Kister)
> Typisierung von schwerkraftbedingten Massenbewegungen
> Ursachen und Einflussgrößen: Beispiele Vajont und Val d’Infern in Italien sowie Calancatal in der Schweiz
> Klassifikation von Rutschungen nach Tiefe der Gleitfläche bzw. Aktivität

Aktive Maßnahmen zur Stabilisierung, Teil I: Reduzierung der treibenden Kräfte durch Drainierung (A. Möllmann)
> Hydrogeologie von Rutschungen
> Ertüchtigung durch Fassung und Ableitung des Wassers
> ausgeführte Beispiele

Aktive Maßnahmen zur Stabilisierung, Teil II: Erhöhung des Widerstands (A. Häring)
> Übernetzungen
> Spritzbetonsicherungen
> Betonplomben
> Stützbauwerke
> Hangverdübelungen, Anker, Pfähle etc.

Überblick Berechnungsmodelle Rutschungen in Lockergestein und Fels (B. Kister)
> konventionelle Berechnungsmodelle
> numerische Berechnungsmodelle: Kontinuumstheorie und diskrete Modelle

Passive Maßnahmen: Schutzbauwerke gegen Steinschlag und Murgang, Teil I (A. Häring)
> flexible Steinschlagschutzsysteme: Steinschlagvorhänge, Steinschlagschutznetze und flexible Ringnetzbarrieren als Murgangssperren/Hangmurenbarrieren

Passive Maßnahmen: Schutzbauwerke gegen Steinschlag und Murgang, Teil II (B. Kister)
> Steinschlagschutzdämme: Gestaltung und Aufbau, Berechnungsmodelle, Dimensionierung
> Galeriebauwerke und Tunnel

Monitoring und Risikobewertung, Teil I (A. Möllmann)
> geodätische Messungen
> klassische geotechnische Messmittel: Inklinometer, Extensometer, Porenwasserdruckgeber, Schlauchwaagenmessungen etc.
> Ausführungsbeispiel kombinierte Inklinometer-Extensometermessungen zur Überwachung eines Kriechhanges

Monitoring und Risikobewertung, Teil II (B. Kister)
> kabellose, sich selbstorganisierende Sensornetze: Beispiel GeoAlertNet
> Natural Electro Magnetic Radiation (NEMR), Acoustic Emmissions (AE)
> LIDAR, Radar

Termine & Preise

Extras
Die Seminarteilnahme beinhaltet ausführliche Seminarunterlagen.

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