Grundlagen der Wärmebehandlungstechnik - für die industrielle Praxis, Teil A

In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Wärmebehandlung und Werkstofftechnik (AWT)

Auf einen Blick

2 Tages-Seminar
neuer Termin in Planung
in Ostfildern

Veranstaltung Nr. 33356.00.010


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Beschreibung

Durch Wärmebehandeln erhalten Bauteile und Werkzeuge aus Stahl die erforderlichen Bearbeitungs- und Gebrauchseigenschaften.
Die erreichbare Qualität hängt von der Wahl des Werkstoffs, seinem Ausgangszustand, der Werkstückgeometrie, der Weichbearbeitung, der Wärmebehandlung, der Vor- und Nachbehandlung und der zweckentsprechenden Prüfung ab.
Nur ausreichende Kenntnisse der bestehenden Zusammenhänge gewährleisten den Erfolg der Wärmebehandlung.

Ziel des Seminars

Sie erfahren wie Bauteile und Werkzeuge zweckentsprechend wärmebehandelt werden müssen, um die erforderlichen Eigenschaften zu erhalten. Dazu werden die Stahlauswahl, der Ausgangszustand, die Werkstückgeometrie, verschiedene Verfahren, Vor- und Nachbereitung sowie das Prüfen betrachtet.
Mit diesen Kenntnissen sichern Sie die Qualität Ihrer Produkte.

Sie erhalten Qualität
Das Qualitätsmanagementsystem der Technischen Akademie Esslingen ist nach DIN EN ISO 9001 und AZAV zertifiziert. DQS-Zertifizierung

Teilnehmerkreis

Die beiden Seminare Teil A und Teil B richten sich an Ingenieure und Techniker aus Entwicklung, Konstruktion und Fertigung industrieller Erzeugnisse aus Stahl, Wärmebehandlungsplaner, Leiter und Mitarbeiter in der Härterei sowie Werkstoffprüfer.

Seminarthemen im Überblick

Stand der letzten Durchführung:

Grundlagen der Wärmebehandlungstechnik – für die industrielle Praxis, Teil A

Dienstag, 28. März 2017
9.00 bis 12.15 und 13.45 bis 17.00 Uhr

1. Blick in das Werkstoffinnere: Zusammenhang zwischen der Zeit-Temperatur-Folge und dem Werkstoffzustand (D. Liedtke)
> Zeit-Temperatur-Folgen als Fahrplan für die Wärmebehandlung
> Beschreibung der Gefügeänderungen mit Zeit-Temperatur-Austenitisier(ZTA)- und Zeit-Temperatur-Umwandlungs(ZTU)-Schaubildern
> kontinuierliche und isothermische Vorgänge
> Einfluss der Legierungselemente
> Übersicht über die wärmebehandelbaren Stähle
> Aufbau und Struktur wärmebehandelter Stähle und Gusseisen

2. Härten, Anlassen, Vergüten, Bainitisieren – Grundlagen (D. Liedtke)
> verfahrenstechnische Grundlagen und werkstofftechnische Aspekte
> Austenitisieren und Abschrecken
> martensitische und bainitische Umwandlungen
> Anlassen des gehärteten Zustands, Vergüten
> erzielbare Eigenschaften

3. Härtbarkeit (D. Liedtke)
> Härtbarkeit als Stahleigenschaft
> Zusammenhang zwischen Stahlzusammensetzung und Härtbarkeit
> Stirnabschreckversuch bzw. Berechnung zur Ermittlung der Härtbarkeit
> Härtbarkeit als Kriterium für die Stahlauswahl

4. Film: „Für vielerlei Zwecke – Wärmebehandlung von Stählen“

Mittwoch, 29. März 2017
9.00 bis 12.15 und 13.45 bis 17.00 Uhr

5. Härten, Anlassen, Vergüten und Bainitisieren in der Praxis (D. Liedtke)
> Vorbereiten und Vorbehandeln
> Prozessparameter und Prozessablauf
> Wahl und Prüfung des geeigneten Abschreckmittels
> Tiefkühlen und Anlassen
> Nachbehandeln
> Darstellung industriell gebräuchlicher Wärmebehandlungsanlagen

6. Prüfen des wärmebehandelten Zustands (M. Hoferer)
> Härte als Kriterium für die Gebrauchseigenschaften
> Übersicht über die Verfahren: Rockwell-, Brinell-, Vickershärte
> Messunsicherheit und Fehlermöglichkeiten
> Zusammenhang zwischen Härte und Festigkeit – Umwertung
> Möglichkeiten der Metallographie
> technologische Prüfungen

7. Beanstandungen an wärmebehandelten Bauteilen (N. Pirzl)
> Erkennen von Fehlern
> Ermitteln und Vermeiden von Fehlerursachen
> Einfluss des Wärmebehandlungsmittels
> Einfluss der Wärmebehandlungsparameter
> wärmebehandlungsgerechte Bauteil-Geometrie

8. Wärmebehandlungsangaben in Zeichnungen (D. Liedtke)
> gehärtete, angelassene, vergütete, bainitisierte Werkstücke in Zeichnungen darstellen und kennzeichnen
> Beispiele nach DIN ISO 15 787
> Wärmebehandlungsanweisung (WBA) und Wärmebehandlungsplan (WBP)

Grundlagen der Wärmebehandlungstechnik – für die industrielle Praxis, Teil B

Dienstag, 19. September 2017
9.00 bis 12.15 und 13.45 bis 17.00 Uhr

1. Randschichthärten (H. Paschke)
> verfahrenstechnische Grundlagen
> Induktionshärten, Flammhärten, Laserstrahlhärten und Elektronenstrahlhärten
> Anwendung und Durchführung
> Fremd- und Selbstabschreckung
> werkstofftechnische Aspekte
> randschichtgehärtete Teile prüfen

2. Einsatzhärten (D. Liedtke)
> Aufkohlen und Carbonitrieren – Behandlungsmittel, Verfahrensparameter
> Aufkohlungsprofil, Aufkohlungstiefe, Berechnen und Optimieren der Behandlungsdauer
> Prozessregelung des Gasaufkohlens
> Härten aufgekohlter Teile: mögliche Verfahrensabläufe
> einsatzgehärtete Teile prüfen: Einsatzhärtungs-Härtetiefe
> Härteprofil und Einsatzhärtungs-Härtetiefe berechnen
> Anlassen und Tiefkühlen
> Besonderheiten des Carbonitrierens

3. Nitrieren und Nitrocarburieren (D. Liedtke)
> Grundlagen der Verfahrenstechnik und werkstofftechnische Aspekte
> Behandlungsmittel und Verfahrensparameter
> bewirkte Eigenschaftsänderungen: Gefüge, Härte, Festigkeits-, Verschleiß- und Korrosionsverhalten
> Hinweise zur Verfahrensauswahl: Salzbad, Gas, Plasma
> nitrierte und nitrocarburierte Teile prüfen

Mittwoch, 20. September 2017
9.00 bis 12.15 und 13.45 bis 17.00 Uhr

4. Glühen (K.-H. Illgner)
> Grundlagen der Verfahrenstechnik und werkstofftechnische Aspekte
> Anwendung und Durchführung
> Dehydrieren
> Erholungs- und Rekristallisationsglühen
> Spannungsarmglühen
> Weich- und GKZ-Glühen
> Normalglühen
> Diffusionsglühen

5. Borieren und Chromieren (D. Liedtke)
> Verfahrenstechnik und werkstofftechnische Aspekte
> Behandlungsmittel und Verfahrensparameter
> bewirkte Eigenschaftsänderungen – Härte, Verschleiß-, Oxidationsverhalten
> Hinweise zum Prüfen

6. Beanstandungen an wärmebehandelten Bauteilen (N. Pirzl)
> Beispiele für Beanstandungen an randschichtgehärteten, einsatzgehärteten, nitrierten und nitrocarburierten Teilen
> Analyse von Beanstandungen zum Erkennen und Vermeiden

7. Wärmebehandlungsangaben in Zeichnungen (D. Liedtke)
> randschichtgehärtete, einsatzgehärtete, nitrierte und nitrocarburierte Werkstücke in Zeichnungen darstellen und kennzeichnen
> Beispiele nach DIN ISO 15787
> Wärmebehandlungsanweisung (WBA) und Wärmebehandlungsplan (WBP)

Termine & Preise

Extras
Die Seminarteilnahme beinhaltet Verpflegung und ausführliche Seminarunterlagen.
Beim gemeinsamen Mittagessen findet ein reger Austausch mit den Referenten statt. Jeder Teilnehmer erhält zu Beginn des Seminars eine Mappe mit ausführlichen Seminarunterlagen.

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