DIN 4095-1: Wassereinwirkungen fundiert bestimmen
Einwirkungen aus Grundwasser, Sickerwasser und Stauwasser auf erdberührte Bauteile richtig bewerten
DIN 4095-1: Wassereinwirkungen fundiert bestimmen
Dr.-Ing. Bernhard Odenwald
Obmann des DIN-Normenausschusses „Baugrund; Gebäudedränung“ zur DIN 4095 und langjähriger Leiter des Referats Grundwasser der Bundesanstalt für Wasserbau.
Dr. Odenwald verfügt über langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Grundwasserströmung und ihrer Auswirkungen auf Bauwerke und Baumaßnahmen sowie als Referent und Mitglied des Programmausschusses des TAE-Kolloquiums „Bauen in Boden und Fels“.
Mit der im Juni 2026 erschienenen, neuen DIN 4095-1 wurden die Regelungen zur Bestimmung von Wassereinwirkungen auf erdberührte Bauteile grundlegend neu geordnet. Für Baugrundgutachter und Planer stellt sich damit die Frage, wie die Einwirkungen aus Grundwasser, Sickerwasser und Stauwasser künftig fachlich richtig bewertet und im geotechnischen Bericht dargestellt werden.
Die neue Norm berücksichtigt geohydraulische Randbedingungen deutlich differenzierter als bisher.
Eine fachlich fundierte Bestimmung der Einwirkungen aus Wasser im Baugrund auf erdberührte Bauteile schafft belastbare Grundlagen für die Tragwerksplanung sowie für die Planung von wasserundurchlässigen Bauteilen aus Beton und von Bauwerksabdichtungen. Sie kann dazu beitragen, unnötig konservative Annahmen zu vermeiden und technische sowie wirtschaftliche Entscheidungen besser abzusichern.
Ziel der Weiterbildung
Das Seminar vermittelt die Systematik der neuen DIN 4095-1 und zeigt, wie Wassereinwirkungen auf erdberührte Bauteile unter Berücksichtigung der geohydraulischen Randbedingungen nachvollziehbar bestimmt werden.
Sie gewinnen Sicherheit bei der Bewertung von Grundwasser, Sickerwasser und Stauwasser, bei der Anwendung der neuen Fallunterscheidungen sowie an der Schnittstelle zwischen geotechnischem Bericht, Planung und Bauwerksabdichtung.
Nach dem Seminar können Sie:
- die Einwirkungen Grundwasser-, Sickerwasser- und Stauwasser fachlich einordnen,
- maßgebende Randbedingungen wie Durchlässigkeit, Baugrundschichtung und Bemessungsgrundwasserstand bewerten,
- die Fallunterscheidungen der DIN 4095-1 auf typische Baugrund- und Bauwerkssituationen übertragen,
- Angaben zu Wassereinwirkungen in geotechnischen Berichten nachvollziehen und fachlich einordnen,
- die Schnittstelle zwischen DIN 4095-1 und DIN 18533 sicherer beurteilen.
Seminardauer: 09:00–16:30 Uhr, inkl. 90 Minuten Kaffee-/Mittagspause
Inhalte
Grundlagen der Wassereinwirkungen
- Durchlässigkeit, Porosität und Wassersättigung von Böden
- Grundwasser- und Sickerwasserströmung
- Entstehung von Stauwasser
- Wasserdruck auf erdberührte Bauteile
- Einfluss von Starkniederschlag und Hochwasser
- Erkenntnisse aus numerischen geohydraulischen Strömungsberechnungen
Von den bisherigen Regelungen zur DIN 4095-1
- bisherige Regelungen in DIN 4095 und DIN 18533-1
- Gründe für die Neuregelung
- Aufgaben der neuen DIN 4095-1
Systematik der neuen DIN 4095-1
- Aufbau und Anwendungsbereich
- Bemessungsgrundwasserstand
- Einfluss von Baugrundschichtung und Durchlässigkeit
- Bedeutung der Arbeitsraumverfüllung
- Einfluss der Einbindetiefe des Bauwerks
- Planungs- und Ausführungsgrundsätze zur Begrenzung von Wassereinwirkungen
Fallunterscheidungen und Anwendung
- Bauwerke oberhalb des Bemessungsgrundwasserstands
- Bauwerke teilweise unterhalb des Bemessungsgrundwasserstands
- typische Kombinationen von Baugrund und hydraulischen Randbedingungen
- Ableitung der maßgebenden Wassereinwirkungen
Schnittstelle zur Bauwerksplanung
- Angaben im geotechnischen Bericht
- Weiterverwendung in Planung und Bemessung
- Abgrenzung zur DIN 18533
- typische Schnittstellen und Fehlinterpretationen
Ablauf
09:00–10:30 Uhr
Unterirdisches Wasser – geohydraulische Grundlagen
Regelungen der DIN 4095:1990-06
10:30–10:45 Uhr
Kaffeepause
10:45–12:15 Uhr
Wassereinwirkungen nach DIN 18533-1:2017-07
Ergebnisse numerischer Berechnungen von Sickerwasserströmungen
12:15–13:15 Uhr
Mittagspause
13:15–14:45 Uhr
Schussfolgerungen für Wassereinwirkungen auf erdberührte Bauteile
DIN 4095-1:2026-06: Anwendungsbereich – Bemessungsgrundwasserstand – Planungs- und Ausführungsgrundsätze
14:45–15:00 Uhr
Kaffeepause
15:00–16:30 Uhr
DIN 4095-1:2026-06: Wassereinwirkungen – Fallunterscheidung – Voraussetzungen für Dränung – Schnittstellen zu Tragwerkplanung, WU-Richtlinie und DIN 18533-1:2026-06
Praxisfragen und Diskussion
Das Seminar richtet sich an Bauingenieure, Geotechniker, Baugrundgutachter, Sachverständige und Tragwerksplaner sowie an Fachplaner für wasserundurchlässige Bauwerke und Bauwerksabdichtungen.
Angesprochen sind außerdem Fachkräfte aus Planungsbüros, Bauunternehmen, Projektentwicklung und öffentlicher Bauverwaltung, die Wassereinwirkungen auf erdberührte Bauteile bestimmen, entsprechende Angaben in geotechnischen Berichten verwenden oder diese für Tragwerksplanung, WU-Bauweise und Bauwerksabdichtung weiterverarbeiten.
73760 Ostfildern
Anfahrt
Die TAE befindet sich im Südwesten Deutschlands im Bundesland Baden-Württemberg – in unmittelbarer Nähe zur Landeshauptstadt Stuttgart. Unser Schulungszentrum verfügt über eine hervorragende Anbindung und ist mit allen Verkehrsmitteln gut und schnell zu erreichen.

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Preis:
Die Teilnahmegebühr beträgt:
590,00 €
(MwSt.-frei)
vor Ort
590,00 €
(MwSt.-frei)
pro Teilnehmer live online
Fördermöglichkeiten:
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Für alle weiteren Termine erkundigen Sie sich bitte vorab bei unserer Anmeldung.
Andere Bundesland-spezifische Fördermöglichkeiten finden Sie hier.
Inhouse Durchführung:
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