Geotechnische Aspekte des technischen Hochwasserschutzes
Flussdeiche, Stauhaltungsdämme und Hochwasserrückhaltebecken
Geotechnische Aspekte des technischen Hochwasserschutzes
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Markus Herten
Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen, Lehr- und Forschungsgebiet Geotechnik, Bergische Universität Wuppertal
Die bei der Durchströmung von Deichen und Dämmen auftretenden Strömungskräfte und daraus sich entwickelnder Bodenmaterialtransport können deren Standsicherheit maßgeblich beeinflussen. Bei Planung, Bemessung, Bau und Sanierung müssen deshalb geotechnische Einwirkungen ebenso sicher beurteilt werden wie mögliche Versagensmechanismen und die Wirkung von Dichtungs- und Dränmaßnahmen. Dafür sind fundierte Kenntnisse der maßgebenden Nachweisverfahren, Regelwerke und konstruktiven Lösungen erforderlich.
Ziel der Weiterbildung
Das Seminar vermittelt die geotechnischen und geohydraulischen Grundlagen für die Planung, Bemessung, Ausführung und Sanierung von Flussdeichen, Stauhaltungsdämmen und Hochwasserrückhaltebecken. Sie lernen, relevante Beanspruchungen und Versagensmechanismen einzuordnen, erforderliche Nachweise nach den einschlägigen Regelwerken nachzuvollziehen und bautechnische Maßnahmen fachlich zu bewerten.
Nach der Weiterbildung können Sie:
- geotechnische und hydraulische Randbedingungen von Deichen und Dämmen fachlich einordnen,
- den Einfluss einer Durchströmung auf die Standsicherheit beurteilen,
- geotechnische und geohydraulische Nachweise sowie die zugrunde liegenden Bemessungssituationen nachvollziehen,
- Wirkungsweise, Einsatzmöglichkeiten und Grenzen von Dichtungs- und Dränmaßnahmen bewerten,
- Anforderungen an Planung, Ausführung, Überwachung und Sanierung von Flussdeichen, Stauhaltungsdämmen und Hochwasserrückhaltebecken differenzieren.
Hinweis
Das Seminar ist gemäß der Weiterbildungsordnung der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau und der Ingenieurkammer Baden-Württemberg anerkannt.
Das Seminar ist gemäß der Weiterbildungsordnung der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen anerkannt.
Tag 1 – Dienstag, 02. Februar 2027
08:30 bis 17:30 Uhr, inkl. Pausen
1. Geotechnische Grundlagen (M. Herten)
- Bodenklassifikation
- Bodeneigenschaften
- direkte und indirekte Aufschlüsse
- Labor- und Feldversuche
- Erdbau
- Homogenbereiche nach VOB
2. Geohydraulische Grundlagen (B. Odenwald)
- Wasser im Boden
- geohydraulische Begriffe
- Darcy-Gleichung
- stationäre und instationäre, gesättigte und teilgesättigte Grundwasserströmung
- numerische Berechnung der Dammdurchströmung
- Strömungskräfte
- hydrodynamische Bodenbewegungen
3. Geotechnische Nachweise (M. Herten)
- EC7 und DIN 1054
- Geländebruchberechnungen DIN 4084
- Lamellenverfahren nach Bishop, Krey und Spencer
- Grundbruch, Spreizen und Gleiten
- Setzungen
- Finite-Elemente-Berechnungen
4. Geohydraulische Nachweise (B. Odenwald)
- Wechselwirkung Standsicherheit – Durchströmung
- Aufschwimmen, hydraulischer Grundbruch
- Kontakterosion, Suffusion
- Fugenerosion, Piping
- BAW-Merkblätter MSD, MAK und MMB
- Wirkung von Dichtungen und Dräns
5. Q&A (Questions and Answers) (M. Herten und B. Odenwald)
Tag 2 – Mittwoch, 03. Februar 2027
08:30 bis 16:30 Uhr, inkl. Pausen
6. Deiche an Fließgewässern (A. Bieberstein)
- DIN 19712, DWA-Merkblatt 507-1
- Deicharten, Baustoffe, Dichtungen, Dräns
- Überlaufstrecken
- Standsicherheit, Bemessungssituationen/Lastfälle
- bauliche Anlagen, Anschluss von Deichen an Bauwerke
- Bewuchs auf Deichen
- Deichüberwachung, Deichverteidigung
7. Entwurf und Ausführung von Deichbaumaßnahmen (B. Tönnis)
- Aufgaben Sanierung/Neubau
- Randbedingungen
- Untersuchungen
- genehmigungsrechtliches Verfahren
- Ausschreibung
- Überwachung
- Ausführungsbeispiele
8. Stauhaltungsdämme (B. Odenwald)
- DIN 19700, Teil 10 (Gemeinsame Festlegungen)
- DIN 19700, Teil 13 (Staustufen): Ausgabe 06/2019
- Wehrregelungen
- Dammtypen
- Klassifizierung
- Sicherheitskonzept, Bemessungssituationen, Nachweise
- Regelungen für Stauhaltungsdämme nach dem neuen BAW-Merkblatt MSD
- Dammüberwachung, BAW-Merkblatt MDI
9. Hochwasserrückhaltebecken (B. Tönnis)
- DIN 19700, Teil 10, Teil 11 (Talsperren) und Teil 12 (Hochwasserrückhaltebecken)
- DWA-Merkblätter M 512, M 522 und M 542
- Absperrbauwerk (Dammtypen)
- Durchlassbauwerk (ökologische Durchgängigkeit)
- Sicherheitskonzept, Bemessung, Nachweise
- Hinweise zur Ausführung
- Ausführungsbeispiele
10. Durchführung von nachträglichen Dichtungsmaßnahmen (T. Voigt)
- Dichtungsmaßnahmen durch Bodenverdrängung
- Dichtungsmaßnahmen durch Bodenaustausch
- Dichtungsmaßnahmen durch Injektionen
- Eignung
- Anwendungsgrenzen
- Risiken
- Ausführungsbeispiele
Die Weiterbildung richtet sich an Ingenieure und Naturwissenschaftler aus Ingenieurbüros, Bauverwaltungen und der Bauindustrie, die sich mit Fragestellungen des technischen Hochwasserschutzes durch Flussdeiche, Stauhaltungsdämme und Hochwasserrückhaltebecken befassen.
Sie ist auch interessant für Fachkräfte, die an Planung, Bemessung, Bau, Überwachung oder Sanierung entsprechender Hochwasserschutzbauwerke beteiligt sind.
73760 Ostfildern
Anfahrt
Die TAE befindet sich im Südwesten Deutschlands im Bundesland Baden-Württemberg – in unmittelbarer Nähe zur Landeshauptstadt Stuttgart. Unser Schulungszentrum verfügt über eine hervorragende Anbindung und ist mit allen Verkehrsmitteln gut und schnell zu erreichen.

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Preis:
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Persönlich hat mir der erste Tag mit Themen wie Strömungskräfte im Untergrund, Geotechnische Nachweise (EC7) und geohydraulische Nachweise sehr gut gefallen. Am zweiten Tag ging es mehr um Deiche. Für eine Auffrischung der Grundlagen ist das Seminar auf jeden Fall empfehlenswert.
In einem kleinen Kreis war es ein intensives und effektives Seminar, bei dem auch genug Raum bestand um Fragen an die Vortragenden zu stellen und sich auch mit Teilnehmenden intensiv auszutauschen.
Sehr geehrte/r Teilnehmende/r,
vielen Dank für Ihre positive Rückmeldung!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team der TAE
Das waren zwei sehr spannende Tage! Würde ich immer weiter empfehlen.
Gut war, dass grade am Anfang nochmal die Grundlagen wiederholt wurden.
Die Verpflegung war auch top!
Schade fand ich persönlich nur, dass die Zeit für Fragen nicht in der Zeitplanung berücksichtigt wurde (daher kam es zur Zeitüberschreitung zum Feierabend hin). Aber gut, dass überhaupt Fragen gestellt werden konnten.
Sehr geehrte/r Teilnehmende/r,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Es freut uns, dass Sie die Wiederholung der Grundlagen sowie die Verpflegung als gelungen empfunden haben. Ihren Hinweis zur Zeitplanung nehmen wir auf.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team der TAE