Metallographische Untersuchungsmethoden, Teil B
Gefüge und Eigenschaften metallischer Werkstoffe sicher beurteilen
Metallographische Untersuchungsmethoden, Teil B
Rudi Scheck

Rudi Scheck, seit mehr als 45 Jahren als erfahrener Metallograph an der MPA Universität Stuttgart, davon über 28 Jahre als Laborleiter. Seine Hauptaufgabengebiete sind u.a. Schadensanalyse, warmfeste Stähle, Ni-Basislegierungen, sowie Bauteilmetallographie. Er veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zu metallographischen Präparationsmethoden (z.B. Vibrationspolieren, Interferenzschichtenmetallographie, Ätzmethoden für Nickelbasislegierungen u.v.a.) und werkstofftechnischen Themen.
– Mitarbeit in verschiedenen Arbeitskreisen der DGM
– Co-Autor verschiedener Fachbücher
– Betreuung von Doktoranden und wissenschaftlichen Mitarbeitern
Dr.-Ing. Andreas Klenk
ankmat Werkstofftechnik Stuttgart, langjährige Erfahrung in werkstofftechnischen Fragestellungen aus der Tätigkeit als Abteilungsleiter und stellvertretender Direktor der Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart
Gefügeänderungen durch Wärmebehandlung und Verarbeitung beeinflussen Festigkeit, Härte und weitere Eigenschaften metallischer Werkstoffe unmittelbar. Für Werkstoffbeurteilung, Qualitätssicherung und Schadensanalyse kommt es deshalb darauf an, Gefügezustände metallographisch sicher zu erfassen, Präparationseinflüsse zu erkennen und Befunde werkstoffkundlich richtig einzuordnen.
In TEIL A werden metallographisches Grundwissen und Handfertigkeiten in Verbindung mit werkstoffkundlichen Grundlagen angeboten.
In TEIL B erfolgt eine praxisorientierte Vertiefung der Zusammenhänge zwischen Gefüge und Eigenschaften technisch relevanter Werkstoffe im Hinblick auf Werkstoffbeurteilung und Qualitätssicherung.
Die Erweiterung der Kenntnisse auf spezielle Präparations- und Untersuchungsmethoden (z.B. Vibrationspolieren, Sonderätzungen), sowie hochauflösende metallographische Gefüge-, Schadens- und Strukturuntersuchungen mittels Metallographie und Rasterelektronenmikroskopie stehen in TEIL C im Fokus.
Weitere Einzelheiten können der Internetseite https://www.metallografiekurs-tae.de entnommen werden.
Ziel der Weiterbildung
Die Weiterbildung vertieft praxisorientiert die Zusammenhänge zwischen Gefüge, Verarbeitung und Eigenschaften technisch relevanter metallischer Werkstoffe. Im Mittelpunkt stehen Stähle sowie Aluminium-, Kupfer- und Nickellegierungen. An Gefügebeispielen und in praktischen Übungen wird nachvollziehbar, wie Wärmebehandlung, Herstellungsbedingungen und Präparation das Gefüge beeinflussen und welche Rückschlüsse daraus für Werkstoffprüfung und Qualitätssicherung möglich sind.
Nach der Weiterbildung können Sie:
- Gefügebefunde anhand werkstoffkundlicher Zusammenhänge systematisch interpretieren
- Gefügeausbildungen nach unterschiedlichen Herstellungs- und Verarbeitungsbedingungen fachlich beurteilen
- Korngrößen, Phasenanteile und Reinheitsgrade mit metallographischen Verfahren bestimmen
- Härteprüfungen zur ergänzenden Charakterisierung metallographischer Befunde einsetzen
- Präparations- und Untersuchungsfehler bei der Gefügebeurteilung erkennen
Vorführungen und Gruppenübungen an praxisorientierten Beispielen vertiefen die fachliche Anwendung.
Nutzen der Weiterbildung
Die sichere Interpretation metallographischer Befunde verbessert die Entscheidungsbasis bei Werkstoffprüfung, Qualitätssicherung und Schadensfällen. Auffällige Gefügezustände und mögliche Präparationsfehler lassen sich fundierter einordnen. Dadurch steigt die Aussagekraft metallographischer Untersuchungen bei der Beurteilung von Werkstoffen, Bauteilen und Herstellungsprozessen.
Hinweis:
Gerne können fertige Schliffe oder Proben zur Diskussion mitgebracht werden.
Mittwoch, 09. bis Freitag, 11. Juni 2027
1. Tag: 8:30 bis 12:00 und 12:45 bis 17:00 Uhr
2. Tag: 8:30 bis 12:00 und 12:45 bis 16:45 Uhr
3. Tag: 8:30 bis 12:00 und 12:45 bis 14:00 Uhr
Theoretischer Teil
1. Übersicht über die Ermittlung von Eigenschaften metallischer Werkstoffe: Festigkeit, Zähigkeit, Härte als Grundlage für das Verständnis der Zusammenhänge mit dem Gefüge (M. Seidenfuß)
- Einführung in die normgerechte Ermittlung von wichtigen Werkstoffkennwerten und Eigenschaften
2. Systematik der Gefügeinterpretation unter dem Lichtmikroskop (G. Ketzer-Raichle)
- Erkennbarkeit von Aufbau, Herstellung und Verarbeitung von Metallen in der Ausbildung des Gefüges
3. Metallographische Verfahren zur qualitativen und quantitativen Gefügebeurteilung (F. Kauffmann)
- Möglichkeiten der Gefügebeschreibung
- Korngrößenbestimmung, Phasenanteile, Reinheitsgrad
4. Werkstoffkunde und Metallographie der Stähle (A. Klenk)
- Einteilung von Stählen
- Einfluss von Legierungselementen und Wärmebehandlung auf die Gefügeausbildung und deren Beschreibung
- Stähle mit besonderen Eigenschaften und deren Gefüge
5. Werkstoffkunde und Metallographie der Leichtmetalle – Aluminium (U. Bischofberger)
- Phasenbildungen und Zustandsdiagramme der wichtigsten Legierungen
- Gefüge
- Einstellung spezifischer Eigenschaften
6. Werkstoffkunde und Metallographie der Kupferlegierungen (U. Hofmann)
- Phasenbildungen und Zustandsdiagramme der wichtigsten Legierungen
- Gefüge
- Einstellung spezifischer Eigenschaften
7. Werkstoffkunde und Metallographie der Nickellegierungen (A. Klenk, R. Scheck)
- Phasenbildungen von Legierungen
- Gefüge
- Einstellung spezifischer Eigenschaften
8. Charakterisierung des Werkstoffs über die Kombination metallographischer Methoden mit der Härteprüfung (A. Klenk, R. Scheck)
- Gegenüberstellung Härte – Gefüge – Eigenschaften bei unterschiedlichen Werkstoffen
- normgerechte Durchführung und Fehlerquellen
- Einsatzmöglichkeiten mit Beispielen
- mobile Härteprüfung – Risiken und Unsicherheiten
9. Ambulante Metallographie: Bauteilmetallographie mit tragbaren Geräten (A. Klenk, R. Scheck)
- Durchführung und Auswertung
- Anwendungsmöglichkeiten
- Qualitätsbeurteilung und Fehlerquellen
10. Begleitendes Metallographisches Praktikum
- Vorführungen und Übungen am Mikroskop zur Gefügeanalyse bzw. -interpretation an unterschiedlichen Werkstoffen (Grundwerkstoffe und Schweißverbindungen) nach unterschiedlicher Wärmebehandlung (Stahl, Cu-, Al-, Ni-Legierungen, Grauguss) und Anwendung unterschiedlicher Präparationstechniken
- Bestimmung von Phasenanteilen, Korngrößen, Karbidverteilung – Anwendung von Richtreihen/Verfahren an unterschiedlichen Werkstoffen
- Vergleich stationäre und mobile Härteprüfung
- Anwendung der ambulanten Bauteilmetallographie
Die Weiterbildung richtet sich an technische Fachkräfte aus Labor und Werkstoffprüfung, die Werkstoffe, Bauteile und Herstellungsverfahren qualifizieren oder untersuchen. Angesprochen sind außerdem Techniker und Ingenieure aus Prozessoptimierung und Qualitätssicherung sowie Fachkräfte, die Schadensfälle und Reklamationen bearbeiten oder metallographische Untersuchungen beauftragen. Sie ist auch interessant für Fachkräfte aus Werkstofftechnik, Produktion und Fertigungsqualität.


73760 Ostfildern
Anfahrt
Die TAE befindet sich im Südwesten Deutschlands im Bundesland Baden-Württemberg – in unmittelbarer Nähe zur Landeshauptstadt Stuttgart. Unser Schulungszentrum verfügt über eine hervorragende Anbindung und ist mit allen Verkehrsmitteln gut und schnell zu erreichen.

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Seit über 65 Jahren gehört die Technische Akademie Esslingen (TAE) mit Sitz in Ostfildern – nahe der Landeshauptstadt Stuttgart – zu Deutschlands größten Weiterbildungs-Anbietern für berufliche und berufsvorbereitende Qualifizierung im technischen Umfeld. Unser Ziel ist Ihr Erfolg. Egal ob Seminar, Zertifikatslehrgang oder Fachtagung, unsere Veranstaltungen sind stets abgestimmt auf die Bedürfnisse von Ingenieuren sowie Fach- und Führungskräften aus technisch geprägten Unternehmen. Dabei können Sie sich stets zu 100 Prozent auf die Qualität unserer Angebote verlassen. Warum das so ist?
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Die Begeisterung der Vortragende, ihre Wissen zu teilen hat mir besonders gefallen. Themen sind sehr viel schichtig und umfangreich. Die Räumlichkeit ist bisschen zu gross für kleine Gruppe.
Sehr geehrte/r Teilnehmende/r,
vielen Dank für Ihre positive Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team der TAE
Der Kurs Teil B, hat durch seine Vielfalt an behandelten Werkstoffen eine große Menge an Personen zur Zielgruppe. Sich durch die teils sehr ausführlichen Grundlagen durchzuarbeiten, war ermüdend. Einige Referenten haben darüber hinaus sich sehr stark an das Skript gehalten und das Wort "Vorlesung" wörtlich genommen. Davon ab empfand ich den Kurs als sehr informativ und ich konnte einige offene Fragen aus meinen Berufsalltag stellen. Die ausgedruckten Unterlagen in Skriptform sind sehr ausführlich und beinhalten teils noch eine Zusammenfassung der Vorträge in Handoutform - sehr gut!
Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass die Grundlagen jedes Themas auf maximal 10-15 min beschränkt werden und so Platz geschaffen wird für Probleme und Fragestellungen aus der Praxis. Gerne auch die zukünftigen Teilnehmer vor dem Kurs anschreiben, welche Fragestellungen diese haben, sodass sich die Referenten hier drauf vorbereiten können.