Veranstaltungen für Hilfsmittelversorger

Die Versorgung von Patienten mit Hilfsmitteln ist in Deutschland nur durch Versorger (Sanitätshäuser, Apotheken etc.) möglich, die sich erfolgreich einer Präqualifizierung (PQ) unterzogen haben. Die Präqualifizierungsstellen überprüfen dabei, ob die Unternehmen entscheidende Kriterien hinsichtlich Räumlichkeiten und Personal erfüllen. Diese Kriterien definiert der GKV-Spitzenverband. So veröffentlicht der GKV-Spitzenverband in unregelmäßiger Reihenfolge Empfehlungen, deren Beachtung präqualifizierungsrelevant ist. 

Seit 2015 bietet die TAE Schulungen für ausgewählte Versorgungsbereiche und Produktgruppen an:

Für die Produktgruppe 14 „Inhalations- und Atemtherapiegeräte“ ist das die „Qualifizierung der fachlichen Leitung zur Spezialisierten Person für Inhalations- und Atemtherapiegeräte“ (SPIA)“.

Nun hat der GKV-Spitzenverband mit den „Empfehlungen des GKV-Spitzenverbandes gemäß § 126 Absatz 1 Satz 3 SGB V für eine einheitliche Anwendung der Anforderungen zur ausreichenden, zweckmäßigen und funktionsgerechten Herstellung, Abgabe und Anpassung von Hilfsmitteln vom 9. Dezember 2019“ die Anforderungen an Beschäftigte im Versorgungsbereich 29A „Stomahilfen“ konkretisiert.

Weiterbildung für die fachliche Leitung sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Versorgungsbereich 29A „Stomahilfen“

Diese Weiterbildung ist verpflichtend für 

  • die fachliche Leitung für den Versorgungsbereich 29A „Stomahilfen“
  • alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Versicherte mit Stomahilfsmitteln versorgen. Dies beinhaltet die Beratung, Abgabe und Anpassung der Stomahilfsmittel. 

Erstmalig muss diese Weiterbildung von den fachlichen Leitungen bis spätestens zum 31.12.2021 absolviert worden sein, von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis zum 31.12.2022. 

Als Institution, die nach DIN ISO 2001 und nach AZAV zertifiziert ist, ist die Technische Akademie Esslingen e. V., Träger der Medizinisch Technischen Akademie Esslingen, autorisiert, eine solche Schulung anzubieten. 

Die erste Durchführung vom 4. bis 8. Mai 2020 wird derzeit vorbereitet und in das Programm der Medizinisch Technischen Akademie Esslingen übernommen. Folgende Inhalte werden geboten:

Modul 1

Hilfsmittelverordnung und Abgabe nach § 33 SG V sowie entsprechend den relevanten Inhalten der Kassenverträge nach § 127 Abs. 1 SGB V – Definition, Indikation und Querverweise

3 Unterrichtseinheiten à 45 min.

Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie – Spezifische Verdauungsvorgänge –
Magen-Darm – Harntrakt (Urologie)

2 Unterrichtseinheiten à 45 min.

Stomaanlagen – Stomata im Magen-Darm-Trakt – Stomata Urologie – Indikationen / Krankheitsbilder – Therapieoptionen

3 Unterrichtseinheiten à 45 min.

Modul 2

Praxis:
Stomaversorgung mit Stomaartikeln PG 29 – Individuelle Versorgung der Betroffenen – Hygienische Aspekte

3 Unterrichtseinheiten à 45 min.

Umsetzung bei Versicherten ohne Komplikationen:
Darmstoma – Technische Eigenschaften der PG 29 – Versorgungsysteme

3 Unterrichtseinheiten à 45 min.

Modul 3

Idealtypischer Versorgungsprozess des Stomaträgers im Rahmen der sektorenübergreifenden Versorgung gemäß SGB V – Schnittstellen: ab stationärer Aufnahme, vor der Operation, zur Operation – Anleitung, Beratung und Schulung in der Akutklinik – Überleitungs-/Entlassmanagement – Versorgungssituation einer Rehabilitationsklinik

2 Unterrichtseinheiten à 45 min.

Besondere Versorgungsformen:
Versorgungs-Alternative Kolostoma – Stomaabdeckungen/Minibeutel – Kinder und Stoma

1 Unterrichtseinheit à 45 min.

Beratungsgespräch – Versicherte mit neuen/bestehenden Stomata – Grundlagen und Ziele des Qualitätsmanagements

5 Unterrichtseinheiten à 45 min.

Modul 4

Krebsberatungsstellen – Selbsthilfeorganisationenn – psychosoziale Beratungsangebote

2 Unterrichtseinheiten à 45 min.

Ergänzende Beratungsangebote – Beratungskenntnisse für Alltag, Zuhause, Ernährung: allgemein und speziell bei Ileostoma – Bewegung, Sport, Hobbies, Partnerschaft und Sexualität – Nachsorge und Versorgungsanpassung – Beckenbodentraining – Angehörigengespräche

2 Unterrichtseinheiten à 45 min.

Verordnung Bereitstellung der Hilfsmittel:
Praktische Anwendung mit Übung an Modellen zur Systemauswahl – Auswahl der Produkte auf Grund von Versorgungsproblemen wie Haftung, Ablösen der Versorgung – Tragezeiten/Wechselintervall bei Stomata

4 Unterrichtseinheiten à 45 min.

Modul 5

Früh- und Spätkomplikationen:
peristomale Haut – Stoma

2 Unterrichtseinheiten à 45 min.

Konkretisieren und Anpassung der Verordnung bei Früh- Spätkomplikationen unter den Gesichtspunkten medizinischer Therapie und pflegerischen Vorgehens

4,5 Unterrichtseinheiten à 45 min.

Gebot der Wirtschaftlichkeit (SGB V) bei der Standardversorgung, bei der Versorgung von Stomata mit Komplikationen

1 Unterrichtseinheit à 45 min.

Abschluss – Feedback – Evaluation

0,5 Unterrichtseinheit à 45 min.

Ihr Ansprechpartner

TAE - Christoph Schultz

Medizintechnik und Gesundheitswesen

Christoph Schultz
christoph.schultz@tae.de
Telefon +49 711 3 40 08-82
Telefax +49 711 3 40 08-65

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